Freie Kapazitäten von Straßenbahnen sollen zum Transport von Paketen genutzt werden.

Freie Kapazitäten von Straßenbahnen sollen zum Transport von Paketen genutzt werden.

Bild: © cineberg/Adobe Stock

In einem Forschungsprojekt befasst sich die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) mit Pakettransport auf Schienen. Im Projekt „LastMileTram“ sollen freie Kapazitäten der städtischen Straßenbahnen genutzt und mit der Belieferung durch Lastenräder kombiniert werden. Dadurch soll CO2 reduziert und sowohl Lärmemissionen als auch Luftverschmutzung vorgebeugt werden.

In der nun dritten Phase des Projekts haben die Forschenden  die Abläufe über den Weg des digitalen Zwillings simuliert. Die anstehenden Fragen seien damit gut zu erörtern. Außerdem seien weitere reale Versuche im bisherigen Ausmaß zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht zu finanzieren gewesen.

Tram wird am Stadtrand beladen

Derzeit werden Pakete auf der letzten Meile in erster Linie mit Kraftfahrzeugen ausgeliefert. Dieses einstufige Verkehrskonzept soll durch das dreistufige Konzept der „LastMileTram“ abgelöst werden: Pakete werden mit dem Lkw nicht direkt zum Adressaten in der Innenstadt, sondern zu einer Haltestelle am Stadtrand transportiert. Nachdem die Straßenbahn mit Sendungen beladen wurde, fährt sie zu einer innerstädtischen Haltestelle. Dort übernehmen Kuriere mit Lastenrädern die Sendungen und stellen sie den Empfängern zu.

„Die Simulationsergebnisse zeigen, dass in diesem dreistufigen Prozess sowohl ökonomische wie auch ökologische Vorteile erzielt werden können“, so Kai-Oliver Schocke, Professor für Logistik und Produktionsmanagement. Die ökonomischen Vorteile beruhen darauf, dass für die erste Teilstrecke vom Depot zur Straßenbahnendhaltestelle große und somit effiziente Lkw eingesetzt werden können.

Mit dem Lastenrad direkt vor die Haustür

Auf Teilstrecke drei, von der Zielstraßenbahnhaltestelle bis zum Endkunden, werden große Lastenräder mit einem mindestens europaletengroßen Wechselcontainer eingesetzt. Da das Lastenrad direkt vor die Haustür des Empfängers fahren kann, steigt die Effizienz auch hier stark an. In Summe sei diese Lösung in ausgewählten Stadtteiltypen wirtschaftlicher als die herkömmliche Belieferung.

In einem künftigen Projekt, das gerade beantragt wird. soll ab April 2023 in Frankfurt ein mehrmonatiger Realversuch mit einer umgebauten Güterstraßenbahn sowie mehreren Lastenrädern starten. Hierbei wird über einen längeren Zeitraum die komplette Lieferkette erprobt und die Simulationsergebnisse in der Realität überprüft. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper