Ebusco, finanziell angeschlagener niederländischer Hersteller von Elektrobussen, hat auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Pläne für einen Turnaround vorgestellt. Es gehe darum, die Gesamtleistung des Unternehmens zu verbessern und das Vertrauen in das Unternehmen als zuverlässiger und geschätzter Geschäftspartner wiederherzustellen.
Künftig will das Unternehmen stärker auf ein Original Equipment Design (OED)-Fertigungsmodell setzen. Design und Entwicklung übernehmen die Niederländer, aber die Fertigung wird an Vertragshersteller ausgelagert. Bei Werbung und Verkauf werde sich der Hersteller auf Europa fokussieren.
Eines der Probleme war, dass die Zahl der Auslieferungen bei einem hohen Auftragsbestand sehr gering war. Bis Ende 2025 will Ebusco nun die Zahl der monatlich fertig gestellten Busse von derzeit 15 auf 40 bis 50 Busse erhöhen. Außerdem sollen die strukturellen jährlichen Kosten um 30 Mio. Euro gesenkt werden.
So werde der Bushersteller die Zahl der Standorte von sieben auf fünf reduzieren. Die beiden niederländischen Standorte Deurne und Venray werden zusammengelegt. Künftig werde Ebusco einen Standort in den Niederlanden haben, einen im französischen Rouen und drei Vertragshersteller.
Dritte Generation als Lizenzmodell
Neben dem Turnaround-Plan will das Management auch neue Einnahmequellen erschließen. Ebusco verhandelt über die Lizenzierung seiner Leichtbautechnologie bei den Bussen der dritten Generation. Chancen werden außerhalb Europas gesucht, vor allem in Nordamerika. Im Erfolgsfall werde dies 2024 und darüber hinaus Einnahmen und Liquidität bringen.
Weil die Produktion von Bussen derzeit praktisch gestoppt ist, geht Ebusco davon aus, das es bei Bestellern Ansprüche auf Konventionalstrafen und Schadenersatz geben wird. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Tiefpunkt im Betriebskapital im ersten Quartal 2025 sein wird. Außerdem berichtet das Unternehmen von Steuerschulden. Auf die zeitweise gepfändeten Konten hat Ebusco wieder Zugriff. (wa)



