Die Schnellladestation für Züge hat die Größe einer Fertiggarage.

Die Schnellladestation für Züge hat die Größe einer Fertiggarage.

Bild: © Furrer+Frey/Stadtwerke Tübingen

Ladetests unter Realbedingungen an der Schiene: Die Stadtwerke Tübingen haben ihre mit einem Schweizer Unternehmen entwickelte Batterie-Schnellladestation „Voltap“ für Züge vorgestellt.

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit wurde in Ammerbuch (Kreis Tübingen) ein Batteriezug an diese Schnellladestation angedockt und aufgeladen. Diese Technik soll die noch nicht elektrifizierten Lücken im bundesweiten Schienennetz schließen und damit den Weg zum breiten Einsatz von Batteriezügen ebnen. „Auf diesen Moment haben wir gewartet: Endlich hatte unsere Schnellladestation ihr erstes Schienen-Rendezvous mit einem echten Batteriezug“, sagte Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen.

Laden auf dem Dach

Die Schnellladestation ist eine Art Trafohaus in der Größe einer Fertiggarage. An ihr befinden sich zwei Lademasten mit Ladeschienen, an denen der ausgefahrene Ladearm auf dem Dach des batteriebetriebenen Zuges Strom tanken kann. Als Partner für die Realtests hat Stadler Rail seinen Testträger eines „Flirt Akku“ zur Verfügung gestellt Die Schnellladestation ist aber nach Stadtwerke-Angaben technisch mit Batteriezügen sämtlicher Hersteller kompatibel, wenn deren Bordelektronik dafür eingestellt wird.

Auch die Auswirkungen auf das Stromnetz wurden in den vergangenen Monaten untersucht. Wichtig war vor allem, inwieweit Störströme entstehen, wie gut das Zug-interne Lademanagement harmoniert und bei welchen Ladeständen der Batterie sich die Ladeströme verändern. Damit hängt auch die Frage zusammen, wie eine möglichst schonende Ladung gewährleistet werden kann. Auch mögliche Extremfälle beim Laden loteten die Techniker aus.

Die Leistung liegt bei 1200 Kilowatt

Die Stadtwerke Tübingen liefern seit der Liberalisierung des Bahnstromnetzes im Jahr 2014 Bahnstrom. Mit Schnellladestationen will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in den Batteriezweig vordringen und investiert daher in die Infrastruktur. Die Ladestation kann mit einer Leistung von 1200 Kilowatt laden. Je nach Ausrüstung des Batteriezuges kann sie einen Zug in bis zu 20 Minuten voll laden. Die Akkuzüge könnten damit dann bis zu 120 Kilometer fahren, erklärte der Leiter der Stabsstelle Bahn bei den Stadtwerken, Sebastian Jäger.

Rund 40 Prozent des deutschen Schienennetzes sind laut Jäger bislang auf den Einsatz von Diesellokomotiven angewiesen, weil es nicht elektrifiziert ist. Für diese Strecken seien die batteriebetriebenen Züge sinnvoll. (dpa/wa)

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