ÖPNV

Erster Wasserstoff-Bus für Wuppertal

Bis Februar wächst die Flotte auf zehn Fahrzeuge. Den Treibstoff dafür stellen die Stadtwerke selbst her.
19.12.2019

Die Wuppertaler Stadtwerke haben den ersten von zehn Brennstoffzellen-Bussen erhalten. Bis zum Februar 2020 sollen weitere neun Fahrzeuge des Herstellers Van Hool ankommen. Noch 2020 werden sie im Linienverkehr eingesetzt. Auf welchen Strecken sie unterwegs sein werden, steht aber noch nicht fest.

Die zweiachsigen Busse sind auf dem Busbetriebshof Nächstebreck stationiert. Dort haben die WSW die Werkstätten für die Wartung der elektrischen Fahrzeuge nachgerüstet und das Werkstattpersonal geschult.

Produziert wird, wenn Strom billig ist

Betankt werden die Busse am Müllheizkraftwerk der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) Wuppertal. Dort errichten WSW und AWG gerade eine entsprechende Anlage, in der der Wasserstoff in einem Elektrolyseur mit Strom aus der Müllverbrennung selbst erzeugt wird.

Geplant ist, dass Wasserstoff vor allem dann produziert wird, wenn für den Strom aus der Müllverbrennung keine hohen Marktpreise erzielt werden können. Die Anlage soll im Februar in Betrieb gehen. Bis dahin können die WSW eine Tank-Möglichkeit in Düsseldorf nutzen.

Für das Projekt gab es den STADTWERKE-AWARD

„Mit dem Wasserstoffprojekt machen wir den ÖPNV in Wuppertal umweltfreundlicher und reduzieren Schadstoff-Emissionen. Dabei kommt uns der Konzernverbund mit der AWG zugute“, sagt WSW mobil-Geschäftsführer Ulrich Jaeger. Für das Projekt, das Abfallentsorgung, Stromerzeugung und ÖPNV verknüpft, sind AWG und WSW in diesem Jahr mit dem STADTWERKE-AWARD ausgezeichnet worden.

Die Brennstoffzellen-Busse bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die zwölf Meter langen Fahrzeuge wiegen 14 Tonnen. Sie sind mit einer 85-Kilowatt-Brennstoffzelle und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie ausgerüstet. Die maximale Wechselleistung beträgt 210 Kilowatt. Die Kosten pro Fahrzeug liegen bei rund 650.000 Euro.

Die Gesamtkosten für das Wasserstoffprojekt liegen bei 12 Millionen Euro, davon entfallen 5,5 Millionen Euro auf die Errichtung der Wasserstoff-Produktionsanlage und 6,5 Millionen Euro auf die Anschaffung der Fahrzeuge. (wa)