Nach den Sommerferien wird die Wuppertaler Schwebebahn nur noch an den Wochenenden fahren. An Werktagen bieten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) einen Ersatzverkehr mit Bussen an. Den Angaben zufolge dauern die Einschränkungen voraussichtlich bis zum Sommer 2021.
Grund seien neue technische Probleme an den Schwebebahn-Fahrzeugen. Seit Einführung der neuen Bahnen vor vier Jahren habe es immer wieder Schwierigkeiten mit den Schwebebahnen des Herstellers Kiepe Electric gegeben. Aktuelles Problem: Ein seit April auftretender atypischer Verschleiß der Räder hat zu Schäden am Gerüst geführt.
Insgesamt umfasse die Fehlerliste der neuen Fahrzeuge fast 200 technisch unterschiedliche Einträge, ärgert sich Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil. Das habe zur Folge, dass am Ende der Sommerferien nicht mehr ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
„Vierjähriger Leidensweg“
Die Mängel werden nun auch juristische Konsequenzen haben. Die WSW bereiten gegen den Hersteller der neuen Schwebebahn-Baureihe eine Klage wegen Schlechterfüllung und Schadensersatz vor. „Die Klage ist das letzte Mittel, aber nach einem vierjährigen Leidensweg für uns und unsere Fahrgäste sehen wir keine andere Möglichkeit mehr“, sagt der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell. Dem Hersteller seien alle Mängel angezeigt worden und die WSW hätten versucht, mit Kiepe einvernehmlich Lösungen zu finden.
Aber auch das eigene Unternehmen soll unter die Lupe genommen werden. Dazu werden auch externe Berater eingeschaltet. Ziel sei, die Prozesse in Betrieb und Werkstätten so zu optimieren, dass auftauchende Probleme schneller erkannt und gelöst werden. (wa)



