Jörg Gerhard, Geschäftsführer ESWE Verkehr; Hermann Zemlin, Geschäftsführer ESWE Verkehr; Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister; João Caeiro, Sales Manager CaetanoBus; Elena Hof, NOW GmbH; Dietmar Schneider, Geschäftsbereichsleiter ESWE Verkehr; Karsten McGovern, Geschäftsführer Landesenergieagentur und Andreas Kowol, Wiesbadener Verkehrsdezernent (v.r.n.l.).

Jörg Gerhard, Geschäftsführer ESWE Verkehr; Hermann Zemlin, Geschäftsführer ESWE Verkehr; Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister; João Caeiro, Sales Manager CaetanoBus; Elena Hof, NOW GmbH; Dietmar Schneider, Geschäftsbereichsleiter ESWE Verkehr; Karsten McGovern, Geschäftsführer Landesenergieagentur und Andreas Kowol, Wiesbadener Verkehrsdezernent (v.r.n.l.).

Bild: © Landeshauptstadt Wiesbaden

Die ESWE Verkehr aus Wiesbaden will sich von ihren zehn Brennstoffzellen-Bussen trennen. Die Fahrzeuge waren erst 2021 in Betrieb genommen worden. Außerdem hatte Wiesbaden für zwei Millionen Euro eine Wasserstoff-Tankstelle gebaut. „Wir gehen einen Schritt auf einem Weg zurück, um zwei Schritte auf einem anderen Weg vorwärtszukommen“, erklärt Geschäftsführer Jan Görnemann.

Mit 120 batterieelektrischen Fahrzeugen betreibe das Unternehmen bereits eine der größten emissionsfreien Busflotten Deutschlands. Nur in Hamburg sei derzeit die elektrische Busflotte größer. „Das Rückgrat bilden aber derzeit die 130 Diesel-Gelenkbusse; alle mit der EURO-6-Abgasnorm ausgeliefert oder nachgerüstet. Wir sehen jeden Tag, dass zum jetzigen Zeitpunkt zwei Antriebstechnologien für Wiesbaden in unserer Werkstatt-Infrastruktur schon sehr anspruchsvoll sind“, so Görnemann weiter.

36 neue lange Dieselbusse

Die Nachfrage im städtischen Busnetz sei sehr hoch. Um ihr gerecht werden zu können, würden Busse mit größerer Fahrgastkapazität gebraucht. Deshalb beschafft das Verkehrsunternehmen in den kommenden beiden Jahren 36 Diesel-Gelenkbusse. Diese seien dann mit knapp 19 Metern fast einen Meter länger als bisherige Gelenkbusse. Solche Busse gebe es mit alternativen Antrieben derzeit jedoch nicht auf dem Markt.

Die Strategie sieht vor, zahlreiche Solo-Busse aus dem Fuhrpark herauszunehmen. Das betrifft insgesamt 61 Dieselfahrzeuge sowie die zehn Brennstoffzellenbusse. Langfristig sollen dann batterieelektrische Gelenk- und auch ein Teil Doppel-Gelenk-Busse beschafft werden. Voraussetzung sei, dass dann eine weitere Betriebshoffläche zur Verfügung steht. „Vorher ist das unmöglich“, stellt Jan Görnemann klar.

„Irritation“ über Fördermittel

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir zeigte sich „irritiert“. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk verwies er darauf, dass die Wasserstofftankstelle jeweils mit einer Millionen Euro von Hessen und Rheinland-Pfalz gefördert worden war. „Da kann man nicht einfach nach einem guten Jahr Betrieb aufgrund von Argumenten, die bereits bei der Inbetriebnahme feststanden, wortlos aus dem Projekt aussteigen“, teilte Al-Wazir mit.

Zudem sei es das falsches Signal, in Zeiten der Energiekrise auf Dieselbusse zu setzen. Er halte es „für zwingend geboten, dass sich der Fördermittelempfänger zu den Sachverhalten mit Hessen und Rheinland-Pfalz in Verbindung setzt und erklärt, wie es mit dem geförderten Projekt weitergehen soll“, so Al-Wazir. (wa)

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