Die Berater von PwC haben untersucht, wie weit Städte bei der Transformation zu intelligenter Mobilität sind. Ihr Urteil ist wenig schmeichelhaft: Nur elf der 81 deutschen Großstädte können sich schon heute als „Smart Cities“ bezeichnen.
Diese elf Städte erreichen mehr als 80 von 100 möglichen Punkten in der PwC-Analyse. Dafür hat das Beratungs- und Wirtschaftsprüferhaus die Zahlen des „Bitkom Smart City Index 2022“ zum Thema Mobilität ausgewertet. Das Spitzenfeld mit mehr als 90 Punkten belegen vier Städte: München, Berlin und Hamburg auf den Plätzen vier bis zwei. Auf dem ersten Rang landet Nürnberg, obwohl die Frankenmetropole mit rund 510.000 Einwohner:innen im Hinblick auf ihre Größe nur Rang 14 belegt.
Den Mobilitätsbedarf transparent machen
Der Nachholbedarf sei bei den kleineren Großstädten deutlich höher als bei Städten mit einer Bevölkerung über 500.00 Menschen. Die Empfehlung von PwC an die Städte: Sie sollten „die Mobilitätsbedarfe transparent machen und verstehen, um darauf aufbauend bestehende Angebote zu optimieren und nutzergerecht zu verknüpfen“. Das sei eine wichtige Voraussetzung für die Transformation zu einer smarten Mobilität.
Große und weiter steigende Bedeutung komme dem Thema intelligenter Parksysteme zu. Bereits über 60 Prozent der Großstädte haben „Smart-Parking“-Maßnahmen umgesetzt, zumindest in Form von Pilotprojekten. Dazu zählen eine technologiegestützte Parkplatzsuche mit Hilfe von Sensoren, Datenplattformen, vernetzten Displays oder intelligenter Bildererfassung über öffentliche Kameras. Aber auch digitale Reservierungs- sowie Zahlungsprozesse sind Teil des smarten Parkens.
Mikrodepots nur als Pilotprojekte
Ein schwieriges Gebiet bleibe bisher die Letzte-Meile-Logistik. Die Anfahrt beim Transport der Ware beeinträchtigt oft den Verkehrsfluss und treibt die Emissionen nach oben. Fast die Hälfte der Städte reagiert auf dieses Problem mit Mikrodepots – teilweise aber nur im Rahmen von Pilotprojekten. Damit falle der Reifegrad in diesem Teilbereich vielerorts gering aus, vor allem in Städten mit weniger als 200.000 Menschen.
Die Kluft zwischen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern und solchen mit weniger als 200.000 zeige sich auch im Bereich der ÖPNV-Lösungen, Sharing-Angebote und Multimodalität. So werden beispielsweise erst in weniger als 15 Prozent der „kleineren“ Großstädte Ride-Pooling-Angebote bereitgestellt.
Insgesamt zeigt sich laut PwC, dass in Deutschland noch viel getan werden muss. Dass der Wandel des Mobilitätssektors aber auch in kurzer Zeit möglich ist, zeige Nürnberg, das mit 94,2 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz belegt. Hier haben sich Angebote wie freies WLAN im ÖPNV oder der Einsatz intelligenter Ampeln ausgezahlt. Erwähnt wird auch die NürnbergMOBIL-App, die alle Fortbewegungsmöglichkeiten in der Region in einer Anwendung bündelt. (wa)



