Swvl war bislang vor allem im nordafrikanischen und arabischen Raum aktiv, explandierte kürzlich aber nach Südamerika und nun nach Europa.

Swvl war bislang vor allem im nordafrikanischen und arabischen Raum aktiv, explandierte kürzlich aber nach Südamerika und nun nach Europa.

Bild: © Swvl

Das Berliner Unternehmen Door2Door hat am 20. Dezember beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hat eine Software-Plattform für Ridepooling entwickelt, mit der Fahrtwünsche gebündelt und beispielsweise mit Kleinbussen abgewickelt werden konnten. Kunden waren Kommunen und Verkehrsunternehmen, etwa in München, Münster oder Sylt.

„Die Services von Door2Door stehen uns für eine Übergangsphase noch zur Verfügung“, heißt es bei den Stadtwerken Münster. Dort basierte der Ridepooling-Dienst LOOPmünster auf den Algorithmen von Door2Door. „Wir arbeiten bereits an einer Ablösung der Software“, teilt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der ZfK mit. Für die Fahrgäste gebe es derzeit keine Auswirkungen. „Für LOOPmünster ist es letztlich auch eine Chance, während des Pilotprojektes noch ein zweites System auszuprobieren und auszuwerten, was sich dadurch verändert“.

In Sylt stehen die Kleinbusse still

Für Sylt wiederum bedeutet die Door2door-Insolvenz, dass der Fahrdienst Syltride seit Jahresbeginn nicht mehr zur Verfügung steht. Derzeit befindet sich die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) in Gesprächen, um den Fahrservice fortführen zu können. Drei elektrische Kleinbusse von Mercedes Benz vom Typ EQV sind dort im Einsatz. Im Austausch mit dem Landschaftszweckverband Sylt werden nun Lösungen eruiert, teilt die SVG mit.

„Wir haben bisher mit großem Aufwand und Engagement am Syltride-Projekt gearbeitet“, erklärt SVG-Geschäftsführer Sven Paulsen. Die Vertragslaufzeit war bis zum Ende des Jahres 2022 befristet. Seit Mitte 2022 habe es Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Door2door gegeben. Die Nachricht über die Insolvenz und Einstellung des Dienstes sei jetzt aber sehr überraschend gekommen.

Auch die Touren von Münchens „Isartiger“ wurden mit der Door2Door-Software geplant. Der Service wurde jedoch seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr angeboten.

Auch bei SWVL läuft es nicht mehr rund

Vor knapp einem Jahr wurde Door2Door an den Ridepooling-Anbieter SWVL nach Dubai verkauft. Zusammen hatten die Unternehmen eine quasi weltweite Expansion verkündet. Unmittelbar nach der Übernahmen folgte das Listing an der US-Technologiebörse Nasdaq. Doch mittlerweile werden auch bei SWVL kleinere Brötchen gebacken. Im November wurde die Konzentration auf die Kernmärkte in Ägypten und Mexico verkündet. Der Wert eine Aktie hat sich von zehn US-Dollar auf weniger als 25 Cent pulverisiert. Daher droht dem Unternehmen Mitte 2023 das Delisting an der Nasdaq. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper