Woher kommen die Fahrgäste, wo endet ihre Fahrt und wo steigen sie um? Um das herauszufinden, führt das Pilotprojekt verschiedene Datenquellen zusammen.

Woher kommen die Fahrgäste, wo endet ihre Fahrt und wo steigen sie um? Um das herauszufinden, führt das Pilotprojekt verschiedene Datenquellen zusammen.

Bild: © Halfpoint/AdobeStock

Fast die Hälfte der Bundesbürger hat ein 9-Euro-Ticket in der Tasche. Das schafft nach Ansicht des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) „eine Situation, hinter die wir nicht mehr zurückgehen können“. Nachdem aus der Politik immer deutlicher Forderungen nach einer Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket kamen, präsentiert der VDV eine pragmatisches und finanzierbares „Klimaticket“.

Eine schlichte Verlängerung des 9-Euro-Angebots sei nicht möglich. Allen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sei von Anfang an klar gewesen, dass der Signalpreis von neun Euro nicht länger als drei Monate finanzierbar ist. Der VDV verweist dabei auch auf stark gestiegene Energie-, Personal- und Materialkosten bei den Verkehrsunternehmen.

Schneller Auftrag nötig

Eine Anschlusslösung müsse bundesweit gültig sein, entlastend wirken – und dürfe nicht in Konkurrenz zum Ausbau des Angebots im ÖPNV stehen. Der Verband schlägt daher ein bundesweit gültiges ÖPNV-Klimaticket für 69 Euro pro Monat vor. Das beinhaltet eine Fahrtberechtigung der 2. Klasse. Dies stelle sicher, dass neu hervorgerufene Mehrfahrten, wie beim 9-Euro-Ticket, auf einem vertretbaren Maß gehalten werden.

Die Branche sieht sich in der Lage, ab dem 1. September ein solches Klimaticket anzubieten. Dafür sei allerdings sehr schnell ein entsprechender Auftrag seitens der Politik nötig. In einem zweiten Schritt für den 1. Januar 2023 könnten dann sozialpolitisch wünschenswerte Varianten vorbereitet werden.

Zwei Milliarden Euro Mehrkosten

Das Klimaticket für 69 Euro werde Mehraufwendungen von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr nach sich ziehen. Über das Verfahren des ÖPNV-Rettungsschirmes lasse sich dieses bis Ende des Jahres einfach umsetzen. Für das neue Jahr brauche es dann eine neue Regelung.

Zuvor hatte der SPD-Fraktionsvize Detlef Müller ein kostengünstiges Anschlussangebot gefordert. „Ob ein Anschlussticket dann 39, 49 oder 69 Euro kostet, ist zweitrangig“, sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es müsse aber „in einem Rahmen sein, der psychologisch wirkt“, dass es sich für Menschen lohnt, ihr Auto stehen zu lassen.

Länder sollen sich beteiligen

Bund und Länder sollen sich auf ein dauerhaftes Modell verständigen, an dem sich die Länder ebenfalls beteiligen, so Müller. Die nachhaltige Finanzierung sei wichtiger als die Frage, „ob wir mit dem Anschlussangebot erst im November oder Januar starten“.

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