Das Saarland wird laut Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) in eine neue Ära im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) starten. Unter anderem wird es ab Anfang Juli eine Tarifreform geben. Außerdem wird ein neues S-Bahn-System mit besserer Taktung eingeführt.
Mit der Reform habe man eine Richtungsänderung vorgenommen, so Rehlinger: Bislang sei es immer um ein "Weniger" gegangen, etwa bei der Stilllegung von Strecken oder dem Ausdünnen von Fahrplänen. Nun gebe es ein "Mehr" an Mobilität. Zum Beispiel soll die Strecke zwischen Saarbrücken und Rohrbach zusätzliche Gleise und Ausweichstellen erhalten.
20.000 Gäste zusätzlich pro Tag
Der 360 Seiten umfassende Verkehrsentwicklungsplan (VEP) ÖPNV sieht Projekte und Maßnahmen mit einem Finanzbedarf in Höhe von rund 355 Mio. Euro vor. Die jährlichen Betriebskosten werden mit 25 Mio. Euro veranschlagt. Damit könnten 20.000 neue Fahrgäste täglich gewonnen werden, heißt es.
Bis zu 90 Prozent der Investitionen könnten laut Ministerin vom Bund gefördert werden. Darunter fällt auch die Reaktivierung von Bahnstrecken. Für diese Strecken sind nun Machbarkeitsstudien geplant.
Flatrate-Tarife vorgesehen
Angedacht sind zudem der barrierefreie Um- und Ausbau von Haltestellen und Bahnhöfen und die schrittweise Verknüpfung von Verkehren. Auch die Anbindung des ländlichen Raums soll durch zusätzliche Angebote deutlich verbessert werden.
Die Tarifreform sieht unter anderem die Reduzierung von Tarifstufen, Flatrate-Tarife für Gelegenheitskunden und Senioren vor. Dazu soll es günstigere Tickets für Gruppen, Schüler und Mehrkinder-Familien geben. Hinzu kommen Job-Tickets für Auszubildende und die Einführung von Sozialtarifen. (dpa/jk)



