Erste autonome Fahrzeuge von BVG und Moia sind ab sofort im Nordwesten Berlins unterwegs.

Erste autonome Fahrzeuge von BVG und Moia sind ab sofort im Nordwesten Berlins unterwegs.

Bild: © BVG/Florian Bündig

Im Berliner Nordwesten startet ein Projekt, das die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs maßgeblich prägen könnte: Autonome Shuttles sollen in den kommenden Jahren den klassischen ÖPNV ergänzen und flexiblere Mobilitätsangebote schaffen. 

Unter dem Titel NoWeL4 (Nord-Westraum Level 4) beginnt die BVG gemeinsam mit der Volkswagen-Tochter Moia den Betrieb von fünf autonomen Fahrzeugen des Typs VW ID. Buzz AD in einem rund 15 Quadratkilometer großen Testgebiet. Die Fahrzeuge sind mit Level-4-Technologie ausgestattet und werden zunächst ohne Fahrgäste eingesetzt. Ziel ist es, die Grundlagen für eine spätere Integration in den Regelbetrieb zu legen.

Ab 2026 dürfen erste Fahrgäste mitfahren

Bereits im ersten Halbjahr 2026 sollen die Testfahrten mit ausgewählten Fahrgastgruppen beginnen. Während der Pilotphase überwacht eine Projektleitstelle die Fahrzeuge permanent. Zusätzlich sitzt ein Sicherheitsfahrer an Bord, der im Notfall eingreifen kann. 

Die Shuttles bedienen rund 80 Bushaltestellen und virtuelle Haltepunkte zwischen Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf. Die Buchung soll künftig on-demand über eine App erfolgen, die den nächstgelegenen Einstiegspunkt ermittelt. Noch sind die Fahrzeuge nicht barrierefrei, doch für den späteren Regelbetrieb ist dies vorgesehen.

Die Projektverantwortlichen sehen in NoWeL4 einen wichtigen Schritt für die Digitalisierung und Automatisierung des städtischen Verkehrs. Die Ergebnisse des Piloten sollen skalierbar sein, sowohl auf größere Flotten als auch auf erweiterte Einsatzgebiete. Voraussetzung für einen späteren Hochlauf ist die Serienzulassung für den fahrerlosen Betrieb, die bis 2027 angestrebt wird. Bis dahin werden alle Betriebs- und Sicherheitsprozesse unter realen Bedingungen erprobt.

Flankiert wird das Projekt durch wissenschaftliche Begleitforschung. Die Technische Universität Berlin untersucht die Nutzungsperspektiven, während das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität rechtliche Rahmenbedingungen analysiert. 

Die Förderung in Höhe von 9,5 Millionen Euro erfolgt über das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Richtlinie "Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren". Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnete das Vorhaben als "wegweisend für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland".

Mit NoWeL4 möchte die BVG die Erfahrungen früherer Pilotprojekte bündeln und den Übergang vom experimentellen Betrieb in den praktischen Alltag vorbereiten. Nach Abschluss der Testphase 2027 soll die autonome Mobilität fester Bestandteil des Berliner ÖPNV werden. Ob und wie schnell sich autonome Shuttles in größerem Maßstab etablieren, hängt nun von den technischen, regulatorischen und gesellschaftlichen Erfahrungen der kommenden Jahre ab.

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