Der Fahrzeughersteller Solaris hat Lösungspakete ausgearbeitet, die für mehr Sicherheit von Fahrgästen und Fahrern in Bussen vor dem Coronavirus sorgen. Laut Unternehmen können sie sowohl in den bereits an Kunden ausgelieferten als auch in den neuen noch zu bestellenden und zu fertigenden Fahrzeugen eingesetzt werden.
„Wir wollen bewährte und nachhaltige Systemlösungen anbieten, die auf Komponenten renommierter europäischer Zulieferer basieren“, so Dariusz Michalak, stellvertretender Solaris-Vorstandsvorsitzender, zuständig für Forschung und Entwicklung. Die Lösungen seien so ausgelegt, dass sie auch in Fahrzeugen eingesetzt werden können, die in Städten bereits seit einigen Jahren im Einsatz sind.
Solaris bietet folgende Lösungen an:
- Berührungsloses Öffnen und Schließen der Türen durch Fahrgäste – die Lösung basiert auf Lichtschranken, die Personen erkennen, die ein- oder aussteigen wollen. Der Fahrer steuert das Öffnen oder Schließen der Türen vom Armaturenbrett aus, die dann automatisch auf und zu gehen, ohne dass die Fahrgäste die Türknöpfe drücken müssen.
- Desinfektionsmittelspender – möglich ist die Montage an Handläufen im Fahrzeuginneren. Nach dem Auffüllen kann ein Desinfektionsmittelspender bis zu 3000 Mal betätigt werden. Je nach Einrichtung des Businneren können einige Stück davon installiert werden.
- Interkom – ein Kommunikationssystem mit Sprechanlage ohne direkten Kontakt zwischen Fahrern und Fahrgästen.
- Fahrgastzählsysteme – damit sowohl Fahrer als auch Fahrgäste wissen, wie viele Passagiere sich zum jeweiligen Zeitpunkt an Bord des Busses befinden, kann der Betreiber ein Fahrgastzählsystem installieren lassen. An der Tür sammelt es automatisch Daten über die Anzahl der Fahrgäste im Fahrzeug und erfasst jeden Ein- und Ausstieg. Die aktuelle Anzahl der Fahrgäste kann dann sowohl auf dem Armaturenbrett des Fahrers wie auch auf den innen und außen angebrachten Informationstafeln angezeigt werden.
- Geschlossene Fahrerkabinen – um Fahrern, die den ganzen Tag arbeiten, komfortable und sichere Arbeitsbedingungen bieten zu können, hat Solaris Kabinen geschlossenen Typs entwickelt. Sie verfügen über eigene Lüftungs- und Klimaanlagen, die den Luftaustausch mit dem Fahrgastbereich begrenzen. Ein Busfahrer kann auch seinen eigenen Ein- und Ausgang zur Verfügung haben, um den direkten Kontakt zwischen ihm und Fahrgästen zu minimieren.
Alle Lösungen seien bereits ausgereift und unter realen Betriebsbedingungen im städtischen Straßenverkehr getestet worden. Wegen der unterschiedlichen Fahrzeugmodelle werde jede Kundenanfrage in Hinsicht auf technische Möglichkeiten individuell überprüft und behandelt.
Empfehlungen für Klimaanlagen
Daneben habe Solaris für seine Kunden auch detaillierte Empfehlungen bezüglich der Nutzung und Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen in Bussen vorbereitet. Sie beziehen sich etwa auf die Häufigkeit und die Art und Weise, wie diese Anlagen gereinigt oder desinfiziert werden sollen, welche Filter eingesetzt werden und wie sie ausgetauscht werden sollen.
„Man könnte sogar behaupten, dank den genannten Lösungen sind die Busse sicherer als viele andere geschlossene öffentliche oder private Räume, wo solche Präventionsmaßnahmen nicht eingesetzt werden”, meint Vorstandschef Javier Calleja. (wa)



