Das 9-Euro-Ticket ist attraktiv, aber im ländlichen Raum ist die Nachfrage etwas geringer.

Das 9-Euro-Ticket ist attraktiv, aber im ländlichen Raum ist die Nachfrage etwas geringer.

Bild: © Markus Mainka/Adobe Stock

Geht das 9-Euro-Tickets an den Bedürfnissen des ländlichen Raums vorbei? „Wir haben jetzt Daten vorliegen, die in diese Richtung deuten“, erklärt Angela Francke, die Leiterin des Fachgebiets Radverkehr und Nahmobilität an der Universität Kassel.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Bewertung des ÖPNV-Angebots einen signifikanten Faktor für den geplanten Kauf des Tickets darstellt. So zeigt sich, dass bei einer sehr schlechten Verkehrssituation für den ÖPNV nur 53 Prozent der Befragten angaben, das Ticket kaufen zu wollen.

In Großstädten wollen fast alle das Ticket

Insgesamt gaben 85 Prozent der Befragten an, dass sie das Ticket gekauft haben oder noch sehr wahrscheinlich kaufen werden. In Städten unter 5000 Einwohnern waren es jedoch nur 75 Prozent. Je größer die Stadt, und damit das ÖPNV-Angebot, desto höher die Nachfrage nach dem Ticket. In Städten über 100.000 Einwohner sind es 89 Prozent.

Welche Wege werden mit dem 9-Euro-Ticket zurückgelegt? Dies sind vor allem Wege in der Freizeit. Wer das Ticket bereits erworben hatte oder dies plante, wollte es vor allem für Tagesausflüge (80 Prozent), Besuche bei Verwandten, Freundeskreis oder Bekannten (60 Prozent) sowie für Urlaube oder Kurzreisen zu touristischen Zielen (55 Prozent) nutzen.

Lob für die einfache Nutzbarkeit

Im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Angebots auf die Nahmobilität zeigt sich, dass 25 Prozent der Befragten die Mitnahmemöglichkeit für Räder im ÖPNV genutzt hatten. Rund 20 Prozent der Befragten äußerten sich besorgt, dass dies durch volle Busse, Bahnen und Züge nun schwerer werden könnte. Andererseits freute sich ein Großteil der Befragten auf die Einfachheit der Nutzung des Tickets über alle Tarifzonen und Verkehrsverbünde hinweg. Davon erhoffen sich viele, dass dies auch einen Anreiz schafft, den Autoverkehr zu ersetzen.

Die Online-Befragung der Universität Kassel fand Ende Mai statt – unmittelbar vor dem Start des 9-Euro-Tickets. An dieser Befragung nahmen rund 2300 Menschen teil. Die Ergebnisse seien aufgrund der breiten Datenlage repräsentativ für Menschen, für die der Kauf eines 9-Euro-Tickets grundsätzlich infrage komme.

Das Fachgebiet für Radverkehr und Nahmobilität der Universität Kassel plant weitere Erhebungswellen. So soll geklärt werden, weshalb das Ticket gekauft oder nicht gekauft wird und für welche Wege es genutzt wird. (wa)

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