Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben ihr Projekt „Umbau 2100er“ abgeschlossen. Als letztes von 28 Fahrzeugen absolviert die Stadtbahn Nr. 2414 in diesen Tagen ihren 2000-Kilometer-Test und steht dann uneingeschränkt dem Fahrgastbetrieb zur Verfügung. Das Sanierungsprogramm „Umbau 2100er“ zur Überführung der alten Stadtbahn-Serie 2100 in die neue Serie 2400 begann vor zehn Jahren. Dabei hat die KVB 40,6 Millionen Euro weniger ausgegeben, als der Erwerb von 28 neuen Stadtbahnwagen gekostet hätte.
Möglich wurde das Projekt durch die hohe Qualität des Stahls, der in den 1980er Jahren durch die damalige Firma Düwag verbaut wurde. Mit ihm lohnte es sich, die alten Fahrzeuge zu sanieren und damit auf den Neukauf von Hochflurbahnen zu verzichten. Die Stadtbahnen der Serie 2100 wurden in den 1984 bis 1985 gebaut.

Sanierte Fahrzeuge noch lange nutzbar
Die KVB ist nach eigenen Angaben neben der SWB Bonn das erste kommunale Verkehrsunternehmen, das Stadtbahnen umfangreich saniert, anstatt diese neu zu beschaffen. Die Fahrzeuge der KVB-Serie 2400 können demnach weitere zwei bis drei Jahrzehnte im Liniendienst eingesetzt werden.
Insgesamt wurden 49 Millionen Euro in die gesamte Serie mit 28 Fahrzeugen investiert. Hierbei wurde die KVB durch das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt, das 76 Prozent der Kosten nach den Regelungen des ÖPNV-Gesetzes NRW übernahm. Der Erwerb eines neuen Stadtbahnwagens wird mit rund 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Mit der Sanierung wurden 1,45 Millionen Euro je Fahrzeug und somit insgesamt 40,6 Millionen Euro weniger ausgegeben.
Viel Neues gelernt
Eigentlich hat die KVB-Hauptwerkstatt mit Hauptuntersuchungen, Wartung, Instandhaltung, kleineren und größeren Reparature andere Aufgaben als die umfassende Sanierung ganzer Fahrzeuge. Beim Umbau der Fahrzeuge in Eigenregie konnte der Fachverstand der Hauptwerkstatt genutzt und vergrößert werden.
Eine wesentliche Erkenntnis aus dem Projekt war, dass in allen Fachbereichen ein Wissenstransfer ermöglicht wurde – auch in der Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen. Dieser Wissenstransfer sei für das Tagesgeschäft und für zukünftige Projekte sehr wertvoll. Er konnte auch bereits für die Ausschreibung und Beschaffung von Neufahrzeugen im Hochflur- und Niederflurbereich genutzt werden.
Neuere Serie eignet sich weniger
Doch nicht jedes ältere Fahrzeug eignet sich für eine Sanierung. Innerbetriebliche und externe Gutachten ergaben, dass die Material- und Verarbeitungsqualität von Stadtbahnen beispielsweise der Serie 2200 nicht so hoch ist wie bei den Fahrzeugen der alten Serie 2100. Eine Sanierung dieser Fahrzeuge wäre deshalb viel aufwändiger und damit nicht wirtschaftlich, heißt es bei der KVB. Zudem müsste die Personalstärke der Hauptwerkstatt nennenswert vergrößert werden, um dauerhaft Sanierungs-Programme durchführen zu können.
Folglich hat sich die KVB für die Beschaffung von Neufahrzeugen, sowohl für den Hochflur- als auch für den Niederflurbereich, entschieden. Die ersten beiden Stadtbahnen der neuen Hochflur-Serie HF6 befinden sich derzeit im Testeinsatz im KVB-Liniennetz. (wa)



