Eröffnung des neuen Parkhauses in Bernau (von links): Daniel Kurth (Landrat Landkreis Barnim), Christian Örtwig (Projektleiter Stadtwerke Bernau), Bärbel Köhler (Geschäftsführerin Stadtwerke Bernau), André Stahl (Bürgermeister Bernau), Daniel Sauer (Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke) und Detlef Lück (Generalbauunternehmen).

Eröffnung des neuen Parkhauses in Bernau (von links): Daniel Kurth (Landrat Landkreis Barnim), Christian Örtwig (Projektleiter Stadtwerke Bernau), Bärbel Köhler (Geschäftsführerin Stadtwerke Bernau), André Stahl (Bürgermeister Bernau), Daniel Sauer (Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke) und Detlef Lück (Generalbauunternehmen).

Bild: © SW Bernau

In Bernau bei Berlin ist Parkraum Mangelware. Die Stadt wächst seit Jahren, vor allem weil es dort für Familien noch bezahlbar ist, in Pendelnähe zur Hauptstadt zu wohnen. In den vergangenen Jahren investierte man dort massiv in Wohnraum, sowohl von Seiten der städtischen Baugesellschaften als auch über private Investoren. "Die Stadt wächst und unsere Infrastruktur wächst mit", fasst Bärbel Köhler, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau, zusammen. Die Expansion betrifft neben Strom- und Gasnetz vor allem die Fernwärme: Insgesamt 6,3 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren in die Wärmeversorgung investiert. Die Erzeugungskapazitäten wurden vervielfacht, der Primärenergiefaktor wurde etwa halbiert.

Eines der größten SW-Projekte der letzten Jahren

Mit steigenden Einwohnerzahlen erhöht sich nun auch der Druck auf die städtische Infrastruktur. Um der Parkraumnot zu begegnen, hat Bernau Hilfe vom örtlichen Stadtwerk. In Zentrumsnähe hat das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen ein Parkhaus für rund 400 Fahrzeuge errichtet und Anfang Juni in Betrieb genommen. Es ist eines von vier, die derzeit in der Stadt entstehen. Innerhalb von drei Jahren soll Bernau so über 2000 zusätzliche Parkplätze verfügen. Auch die übrigen drei Parkhäuser werden die Stadtwerke Bernau nach heutigem Stand betreiben. Mit einer Investitionssumme von 5,5 Millionen Euro gehört das Parkhaus zu den größten Stadtwerke-Projekten der vergangenen Jahre. Damit hat die Parkraumbewirtschaftung innerhalb der Stadtwerke-Geschäftsfelder auch einen höheren Stellenwert bekommen. In einem interdisziplinären Team haben Mitarbeitende das Vermietungs- und Bewirtschaftungskonzept erarbeitet und in die bestehenden Prozesse implementiert. "Sie haben gemeinsam sehr gute Arbeit geleistet ­ auch unter den schwierigen Bedingungen während der Corona-Beschränkungen", lobt Bärbel Köhler ihr Team. "Die Erfahrungen, die wir jetzt in den ersten Monaten sammeln, können wir künftig in das neue Geschäftsfeld einbringen", sagt sie.

Zahl der eigenen Stellplätze vervierfacht

Bisher haben die Stadtwerke die Fläche hinter ihrem Betriebsgebäude lediglich als Parkplatz betrieben; neben Dauermietern der umliegenden Geschäfte und Wohnungen fanden dort auch Kunden des Energieversorgers einen Parkplatz während des Besuchs. "Mit dem Parkhausbau vervierfacht sich die Zahl unserer Stellplätze. Etwa ein Drittel ist für Dauermieter vorgesehen. Damit leisten wir einen Beitrag zu einem lebenswerten Bernau. Infrastruktur ist nun mal Lebensqualität!“, erläutert die Chefin über rund 110 Mitarbeiter.

Glaselemente und Schallschutzdecken

Mit dem Parkhaus ist auf vier Stockwerken Platz für rund 400 Autos entstanden. Es fügt sich harmonisch in die Umgebung ein, auch ein Grünstreifen ist weitgehend erhalten geblieben. „Damit steigern wir die Akzeptanz bei den umliegenden Anwohnern. Mit Erfolg: Es gab während der Bauzeit keinerlei Beschwerden“, informiert Bärbel Köhler. Die Architektur des Parkhauses ermöglicht, dass viel Tageslicht ins Innere fällt, Glaselemente lockern die Fassade auch optisch auf. Schallschutzdecken sowie eine geräuscharme Asphaltoberfläche reduzieren Verkehrsgeräusche im Parkhaus.

PV-Anlage und zehn Ladesäulen

"Für uns als Energieversorger ist es selbstverständlich, dass wir unser Energie-Know-how stark einbringen“, sagt Bärbel Köhler. Auf dem Gebäudedach wird in den kommenden Monaten eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 200 Kilowatt Peak (kWp) installiert, die  Strom für unter anderem zehn Elektroladesäulen im Erdgeschoss erzeugt. „Die Elektromobilität nimmt in Bernau gerade Fahrt auf. Genügend öffentliche Lademöglichkeiten sind eine Grundvoraussetzung dafür“, betont sie. Das Parkhaus beherbergt zudem zwei E-Carsharing-Fahrzeuge, die werktags von den Mitarbeitern und nach Feierabend und an den Wochenenden von allen Bürgern genutzt werden können.

Sensoren erkennen Kennzeichen von Dauermietern

Bei den Planungen haben die Stadtwerke auf breite Zuwege und große Wenderadien der einzelnen Parkplätze geachtet, um die Attraktivität der Stellplätze zu steigern. Das moderne Zufahrtssystem ist mit Sensoren ausgestattet, die unter anderem Kennzeichen von Dauermietern erkennen und die Durchfahrt freigeben. Andere Nutzer können durch die Sensorik und die Ausstattung des Kassenautomaten ebenfalls kontaktlos ein- und ausfahren sowie per Handy berührungslos bezahlen. Das System ist bereits so ausgelegt, dass diese Funktionalität auch für ein ganzheitliches Parkraummanagement in der Stadt genutzt werden kann, um Fahrzeuge automatisch auf freie Plätze zu lotsen. (hoe)

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