Auch wenn das Free-Foating-Prinzip bequemer ist, die Umwelt verkraftet stationsgebundenes Carsharing deutlich besser.

Auch wenn das Free-Foating-Prinzip bequemer ist, die Umwelt verkraftet stationsgebundenes Carsharing deutlich besser.

Bild: © Daimler

Aus Konkurrenzen werden Partner: Daimler und BMW legen ihre Carsharing-Angebote zusammen und stellen mit 20.000 Fahrzeugen die weltweit größte flexible Carsharing-Flotte. "Drive Now"  (BMW) und "Car2go" werden zu "Share now". Die Bündelung der Freefloating-Angebote ist allerdings nur ein Teil der Kooperationsvereinbarungen zwischen den Mobilitätsgiganten.

Daimler und BMW haben ein Joint-Venture gegründet, das fünf Mobilitätsunternehmen umfasst. Das Angebot von "Share now" wird vorerst in den bestehenden Apps von "Drive now" und "Car2go" angeboten. Langfristig soll der Dienst allerdings eine eigene App bekommen.

Google aus dem Rennen stoßen

Neben der Carsharing-Kooperation wollen die Konzerne auch gemeinsam das automatisierte Fahren auf die Straße bringen: Fahrerassistenzsysteme sowie die Technik für selbstfahrende Autos stehen in einem ersten Schritt auf der Entwicklungsagenda. Die Unternehmen strebten eine "langfristige und strategische Kooperation" an, um die nächste Stufe der Technologie schon vor 2025 breit verfügbar zu machen.

Experten sehen in der Taktik die einzige Möglichkeit, den Anschluss an mächtige Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo nicht zu verlieren. Waymo ist besonders weit und startet gerade einen Robotaxi-Service in einem Vorort der Stadt Phoenix in Arizona. Weil die Entwicklung der Technik sehr teuer und aufwendig ist, dürften selbst Schwergewichte wie Volkswagen, Daimler und BMW allein wohl auf der Strecke bleiben, sagen Branchenexperten.

Gesamtsystem statt Insellösung

Um sich in allen wichtigen Zukunftsbereichen der Mobilität eine gute Position zu verschaffen, müsste ein typischer Autohersteller mehr als 60 Mrd. Euro investieren, hat die Unternehmensberatung McKinsey ausgerechnet. Das schaffe keiner allein.

Wie die Kooperation von BMW und Daimler im Detail aussieht, blieb erst einmal offen. Mit der Zusammenführung der Kompetenzen "erhöhen wir die Innovationskraft und beschleunigen die Verbreitung dieser Technologie", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Und Ola Källenius, derzeit Forschungsvorstand und bald Vorstandschef bei Daimler, sagte: "Statt individueller Insellösungen geht es uns um ein zuverlässiges Gesamtsystem, das unseren Kunden einen spürbaren Nutzen bringt."

Auf dem Weg zum Standard

Soll auch heißen: Daimler oder BMW könnten auch allein ein Roboterauto auf die Straße bringen. Doch das wäre teuer und würde viel länger dauern. Jetzt können beide ihre Daten aus unzähligen Testkilometern, ihre Erfahrung in einen Topf werfen – ein großer Sprung nach vorn.

Die Kooperation sei daher erwartbar und notwendig, sagte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. "Man muss es schaffen, einen Standard zu setzen, und das schafft man besser zusammen." Letztlich wird der Gesetzgeber ohnehin gemeinsame Sicherheitsvorgaben vorgeben, wie bei Airbag oder ABS auch schon. (ls/dpa)

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