Laut einer aktuellen Erhebung von PwC rechnet die Kommunalwirtschaft in den kommenden zehn Jahren mit einem Investitionsniveau von rund 23 Mrd. Euro zur Umsetzung der Energiewende.

Laut einer aktuellen Erhebung von PwC rechnet die Kommunalwirtschaft in den kommenden zehn Jahren mit einem Investitionsniveau von rund 23 Mrd. Euro zur Umsetzung der Energiewende.

Illustration: © Gerd/Adobestock

Um klimaneutral zu werden, muss Deutschland zwischen 2025 und 2045 jedes Jahr 540 Milliarden (Mrd.) Euro investieren. Das hat die Denkfabrik Agora Energiewende ausgerechnet. Drei Viertel der Investitionen seien ohnehin erforderlich, etwa um Gebäuden, Industrieanlagen und Verkehrsmittel zu erhalten oder zu erneuern.

Ein Viertel kommt für die Energiewende drauf. Diese zusätzlichen Anstrengungen beziffert Agora auf 147 Mrd. Euro pro Jahr, wobei ein großer Teil davon bereits bis 2030 anfällt. Etwa ein Viertel davon kommt laut der Denkfabrik auf die öffentliche Hand zu. Dazu gehören auch Stadtwerke und andere kommunale Unternehmen.

45 Mrd. Euro für Erzeugungsanlagen

Darüber hinaus sind weitere staatliche Mittel notwendig. Vor allem um Wirtschaftlichkeitslücken bei Investitionen zu schließen oder hohe Kosten von Haushalten und Unternehmen abzufedern. Bis 2030 beläuft sich der öffentliche Förderbedarf auf durchschnittlich 58 Mrd. Euro pro Jahr, heißt es in der Studie. Auch darüber hinaus seien weitere Zuschüsse nötig.

Im Energiesektor besteht der größte Kostenblock aus den bereits bestehenden Erzeugungsanlagen, die bis 2045 noch mit insgesamt 95 Mrd. Euro zu Buche schlagen. Alle neuen Anlagen, die ab 2025 zugebaut werden, erfordern in Summe 45 Mrd. EUR bis zum Jahr 2045 – gleichzeitig soll sich die Strommenge in dem Zeitraum verfünffachen.

Sinkende Systemkosten

Das meiste Geld fließt hier in die EEG-Förderung. Mit 55 Prozent entfallen mehr als die Hälfte der geförderten Anlagen auf Aufdach-PV-Anlagen. Die Mittel dafür kommen direkt aus dem Bundeshaushalt. Darüber hinaus können die erforderlichen Investitionen in erneuerbare Energien und Stromnetze zu rund 90 Prozent aus Markterlösen und Netzentgelten finanziert werden, heißt es weiter.

Gleichzeitig sollen die Kosten des Stromsystems pro Kilowattstunde bis 2030 stabil bleiben und bis 2045 sogar um ein Fünftel sinken. Für alle Verbrauchsgruppen bleiben sie demnach bis 2030 relativ stabil bei 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und fallen bis 2045 auf 13 Cent pro kWh.

Auswirkungen auf Unternehmen

Durch die Transformation verringert sich Deutschlands Abhängigkeit von Energieimporten voraussichtlich über die kommenden 20 Jahre um 85 Prozent. Und zwar konkret von 2474 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2019 auf 391 TWh im Jahr 2045.

Die Studienautoren sehen auch weitere Vorteile der Transformation: So sicherten sich Unternehmen, die in Schlüsseltechnologien wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und eine klimaneutrale Industrieproduktion investieren, langfristig einen Standortvorteil in den globalen Wachstumsmärkten. (jk)

Zur Studie

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