Peter Altmaier verwies darauf, dass die Anfang 2021 gestartete "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) die bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich bündele und im Sinne des Klimaschutzes weiterentwickle.
In 2021 stünden fast sechs Milliarden Euro zur Finanzierung von neuen Bundeszuschüssen für Haus- und Heizungsmodernisierungen über die neue Bundesförderung bereit. Förderanträge und Abwicklung würden noch einfacher, die Anreize weiter verschärft und noch stärker auf die energie- und klimapolitischen Ziele ausgerichtet, so Altmaier.
Zweiter Teil des BEG tritt im Juli in Kraft
Der erste Teil des BEG trat mit Einzelmaßnahmen am 1. Januar 2021 in Kraft, der zweite Teil folgt im Juli. Ende 2020 wurde das Maßnahmenprogramm durch die EU-Kommission beihilferechtlich bestätigt.
"Das ist gut für das Klima und gut für die Konjunktur, denn Investitionen in die Gebäudeeffizienz kommen konkret beim Handwerk vor Ort an", betonte Altmaier. Aufgrund der steigenden Abrufzahlen der Förderprogramme verdoppelten sich die förderbedingten CO2-Einsparungen auf 14 Millionen Tonnen bis 2030.
Weitere Impulse durch CO2-Bepreisung erwartet
Auch von der seit Januar 2021 geltenden CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme würden weitere, zusätzliche Impulse für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien auch im Gebäudesektor erwartet, betonte Altmaier.
Der Bundeswirtschaftsminister verwies darauf, dass sich die Summe der Anträge für die Gebäudeeffizienzprogramme aufgrund der verbesserten Förderbedingungen von 326.000 in 2019 auf 600.000 in 2020 schon fast verdoppelt hat. So gingen im Rahmen der Ölaustauschprämie 110.000 Anträge zum Austausch gegen Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien ein.
Corona als Beschleuniger für mehr Gebäudeeffizienz
Bei den geförderten Heizungstechnologien liegt die Wärmepumpe mit 144.000 Anträgen an der Spitze, gefolgt von Biomasseanlagen (96.000) und Solarthermie (58.000). Auf Gashybridheizungen entfielen 37.000 Anträge.
Altmaier sieht die Corona-Pandemie als zusätzlichen Beschleuniger für mehr Gebäudeeffizienz. Viele hätten im letzten Jahr im Lockdown "erst mal ihre Gärten in Ordnung gebracht", doch nun richteten "sich die Blicke verstärkt auf das, was man tun kann im Gebäude selbst", so Altmaier.
Verlinden: Nur noch verbrauchsarme und erneuerbar beheizte Gebäude fördern
"Es ist richtig und notwendig, die energetische Sanierung von Gebäuden mit Steuergeld gezielt zu fördern. Aber auf das Wie kommt es an", erklärte Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen Bundestagsfraktion. Nötig seien ein verbindlicher Neubaustandard, der dem Effizienzhaus 40 entspricht.
Zudem würde durch die Förderung von Erdgasheizungen der Umstieg auf klimaneutrale Technologien verzögert. "Wir fordern Minister Altmaier auf, alle Fördermittel auf verbrauchsarme und erneuerbar beheizte Gebäude zu konzentrieren", so Verlinden.(hcn)
