„Das Ladeangebot ist viel besser als die öffentliche Diskussion vermuten lässt. Schon heute können mit den vorhandenen Ladesäulen bis zu sechs Millionen Elektroautos versorgt werden. Aktuell fahren rund 760.000 vollelektrische Pkw auf Deutschlands Straßen", sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Das Bundesverkehrsministerium erarbeitet derzeit den Masterplan Ladeinfrastruktur II, der 62 Maßnahmen umfasst und die Ladesäulen-Infrastruktur verbesser soll. Der Verband hat laut Mitteilung in dem Zusammenhang eine Stellungnahme eingereicht, weil der Plan sich in Ressortabstimmung befindet.
Der Verband kritisiert in seiner Stellungnahme den Masterplan sehr scharf. Fazit: Der aktuelle Entwurf des Masterplans sei "leider eine teure Schaufensterpolitik. Die meisten Maßnahmen sind auf eine zentrale staatliche Planung ausgelegt kombiniert mit langwierigen Prüfauf- trägen und teuren Fördermaßnahmen", heißt es in dem Statement.
Mehr Orientierung am privatwirtschaftlichen Ausbau
"Die Unternehmen investieren massiv in den weiteren Ausbau des Ladeangebots. Sie haben das Ladeangebot in den letzten Jahren vorauslaufend ausgebaut und dabei immer wieder auch technische Weiterentwicklungen berücksichtigt. Die Politik kann diesen Markt klug flankieren", so Andreae weiter. In diesem Zusammenhang lehnt der BDEW auch die vorgesehene Gewährleistungsaufgabe der Länder für die Versorgung mit lokaler Ladeinfrastruktur ab.
Der Ladesäulenausbau sei laut dem Verband keine staatliche Gewährleistungsaufgabe, da er zuverlässig durch den Markt erfüllt werde. Wichtig wäre jedoch eine deutlichere Orientierung an der Unterstützung des privatwirtschaftlichen Ausbaus, damit der bisherige, privatwirtschaftlich organisierte Hochlauf des Ladeangebots nicht ausgebremst werde.
Langwierige Prüfungen und ineffiziente Förderung
Der neue Masterplan der Bundesregierung setze aus Sicht des BDEW noch zu sehr auf Regulierung und staatliche Planung. "Wir müssen weg von langwierigen Prüfaufträgen und ineffizienten Fördermaßnahmen. Wichtig wäre die Fokussierung auf wenige hilfreiche Maßnahmen. Hier gilt: Weniger ist mehr", sagt die Vorsitzende. Hilfreich wären die Bereitstellung von Flächen des Bundes, Vereinfachungen bei den Förderprogrammen und schnellere Genehmigungsverfahren. "Darüber hinaus brauchen wir eine Evaluierung der Wirksamkeit des Masterplans."
Das vollständige Maßnahmenpaket des BDEW können Sie hier einsehen. (gun)



