Mit einen Sofortbonus und einem Neukundenbonus von 15 Prozent wirbt Grünwelt Energie seit einigen Tagen auf Verivox.

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Bild: © Adobe Stock/Eyetronic

In der Debatte um Entlastungen angesichts exorbitant hoher Energiepreise hat die Linke in Berlin einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt: Sie fordert einen «Stromschutzschirm» für Kunden der Stadtwerke. Rund 40 000 Menschen bezögen mittlerweile ihren Ökostrom von den Berliner Stadtwerken, sagte die Linke- Fraktionsvorsitzende Anne Helm am Samstag auf einem Landesparteitag. «Normalerweise würden im Oktober wegen der explodierenden Strompreise die Erhöhungsschreiben rausgehen. Der Gewinn der Stadtwerke macht es möglich, dass die Preise nicht erhöht werden müssen.»

Die Linke-Landesvorsitzende Katina Schubert und der Bundesvorsitzende Martin Schirdewan forderten von der Bundesregierung mehr Tempo bei den Anstrengungen für eine Entlastung der Menschen. Der Parteitag beschloss dazu auch einen Antrag mit zahlreichen Vorschlägen. «Wir brauchen einen Strom- und Gaspreisdeckel», sagte Schubert. Nötig seien eine echte Übergewinnsteuer, eine Reichensteuer und das Aussetzen der Schuldenbremse.

Damit hätte der Bund dann genügend Mittel, um die Menschen und die soziale Infrastruktur spürbar zu entlasten, sagte Schubert. Zudem könne dann die «irre Gasumlage» wieder abgeschafft werden, die Verbraucher ab Oktober zahlen müssen, um ins Trudeln gekommene Gasimporteure zu stützen.

Auch Mietendeckel wird gefordert

Schubert, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Linken ist, regte auch einen Mietendeckel in Deutschland an - schließlich seien die Mieten vielerorts ebenfalls Preistreiber. Sie wiederholte außerdem die Forderung ihrer Partei nach einem gesetzlichen Schutz von Mietern vor Kündigungen oder Gas- und Stromsperren, wenn sie ihre Energiekosten nicht mehr stemmen könnten.

Schirdewan äußerte sich ähnlich. «Die Preise explodieren. Immer mehr Leute wissen nicht, wie sie ihre Rechnungen am Ende des Monats zahlen sollen», sagte er. «Die Menschen brauchen konkrete Entlastungen jetzt.» Statt schnell zu handeln, tauche die Bundesregierung ab.

Die Linke erwartet wegen der hohen Energiepreise einen «heißen Herbst» auf Deutschlands Straßen und will sich an den Demonstrationen aktiv beteiligen. Dabei wolle sich die Partei klar vom rechten Rand abgrenzen, der die Sorgen und Nöte vieler Menschen für seine Zwecke nutzen wolle, sagten Schirdewan und Schubert.

"Brandmauer nach rechts muss hoch sein"

«Demonstrationen sind wichtige Bestandteile lebendiger Demokratien», sagte Schubert. «Es ist völlig legitim, gegen die Politik der Bundesregierung und für eine wirksame Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu demonstrieren. Aber die Brandmauer nach rechts muss hoch sein. Da gibt es null Gemeinsamkeiten.» Schirdewan schätzte die aktuelle gesellschaftliche Situation als hochexplosiv ein.

Soziale Proteste und Regierungsbeteiligung seien kein Gegensatz, sagte Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) dazu. «Denn so selbstverständlich, wie wir beim heißen Herbst mitmischen, so selbstverständlich holen wir in der Landesregierung so viel wie möglich an sozialer Gerechtigkeit und Freiheit heraus.» In Berlin regieren SPD, Grüne und Linke zusammen. (dpa/hoe)

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