Knapp einen Monat vor der Bundestagswahl hat der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) ein eigenes Maßnahmenpaket vorgelegt. In einem Papier mit 16 Punkten listet er auf, was er sich von der kommenden Legislaturperiode erwartet.
Der Verband ist überzeugt, dass das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) eine neue Ausrichtung benötige. Hintergrund ist, dass Solar- und Windkraftanlagen immer wirtschaftlicher werden, der Anteil marktbasierter Modelle wie PPAs zunehmen.
Reform des Europäischen Emissionshandels
Gefördert werden sollten künftig "notwendige neue Technologien und Lösungen", die sich aktuell noch nicht am Markt tragen, aber durch erwartbare Lerneffekte in Zukunft zur Kostenreduktion beitragen würden. Der Verband verweist etwa auf kombinierte Ausschreibungen mit Speichern.
Zudem fordert er, dass der nationale Emissionshandel für den Wärme- und Verkehrssektor langfristig in den europäischen Emissionshandel ETS eingebunden wird. Dabei sollten jedoch unterschiedliche Preissensibilitäten berücksichtigt werden.
Transparentere Herkunftsnachweise
Ferner kritisiert der BNE mangelnde Transparenz bei der Stromkennzeichnung. Noch lässt diese die physikalische Einspeisung unberücksichtigt. Heißt: Stromanbieter können ihren Strom mittels Herkunftsnachweisen aus in- und ausländischen Erneuerbaren-Anlagen auf Grün stellen.
Dieses System müsse überarbeitet werden. Dabei sei die regionale Herkunft stärker zu berücksichtigen.
1000 GW allein für Solarenergie
Aus Sicht des BNE ist ein vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2035 nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Allein für die Solarenergie schätzt er bis zur Jahrhundertmitte einen Bedarf von 1000 GW installierter Leistung in Deutschland.
Der Verband fordert deshalb, das Erneuerbare-Energien-Ziel bis 2030 auf 75 bis 80 Prozent anzuheben. Das Papier mit allen 16 Punkten finden Sie über diesen Link. (aba)



