Die von der Bundesnetzagentur geplante Gas-Krisenübung findet am Donnerstag, 21. September, statt. Das teilte die Bundesbehörde auf ZfK-Anfrage mit. Ziel sei es, mit ausgewählten Verantwortlichen die Prozesse des Bundeslastverteilers zu üben.
Der Bundeslastverteiler wird laut Energiesicherungsgesetz aktiv, wenn die Bundesregierung die letzte Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Notfallstufe, ausruft. Voraussetzung dafür ist, dass die Bundesregierung eine Gasmangellage feststellt. In diesem Fall würde die Bundesnetzagentur in die Rolle des Bundeslastverteilers schlüpfen und knappe Gasmengen ver- und zuteilen. Seit Juni 2022 gilt in Deutschland die zweite Stufe des Gas-Notfallplans, die sogenannte Alarmstufe.
Netz- und Speicherbetreiber nehmen teil
Bei der Übung würden die Infrastruktur des Krisenstabs und einschlägige Kommunikationswege getestet, erläuterte die Bundesnetzagentur. Das betreffe vor allem die Sicherheitsplattform Gas, die seit September 2022 online ist. Alle großen Gasverbraucher müssen dort registriert sein.
An der Übung nehmen neben der Bundesnetzagentur das Bundeswirtschaftsministerium und der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe, kurz THE, teil. Dazu kommen Netzbetreiber, Industriekunden, zwei Speicherbetreiber und drei Speichernutzer.
Auch Bundesländer sind dabei
Auch mehrere Bundesländer bringen sich nach Angaben der Behörde ein. Die Bundesnetzagentur gab keine Auskunft darüber, welche Bundesländer genau teilnehmen würden. Der Behördenbeirat hatte in seiner Juni-Sitzung darum gebeten, interessierte Länder in die Übung einzubinden.
Derzeit schätzt die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland als stabil ein. Auf ihrer Internetseite verweist die Behörde aber auch darauf, dass die Vorbereitung für den kommenden Winter eine "zentrale Herausforderung" sei.
Aktualisierte Gasszenarien erwartet
Zusätzlich zur Krisenübung bereitet die Bundesnetzagentur derzeit eine Aktualisierung ihrer Gasszearien vor, um die Versorgungslage für den kommenden Winter abzubilden. Der Beirat der Behörde hatte in seiner Juni-Sitzung darum gebeten, entsprechende Szenarien bis zum 25. September zu erstellen. Dabei soll es auch darum gehen, Energieeinsparpotenziale zu identifizieren und diese zu veröffentlichen. (aba)



