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Bild: © Adobe Stock/Eyetronic

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) fordert bessere Rahmenbedingungen für den von der Bundesregierung gewünschten Wärmepumpen-Hochlauf. So müsse der Strompreis endlich deutlich gesenkt werden, sagte BWP-Chef Martin Sabel bei einem Pressegespräch. Anlass war der vor wenigen Tagen bekannt gewordene Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Es sei nicht verwunderlich, dass sich viele Menschen über das Inkrafttreten der GEG-Novelle zum kommenden Jahr Sorgen machen, sagte Sabel. Dem herunter subventionierten und auf zwölf Cent gedeckelten Gaspreis stehe eine unzureichende Preispolitik auf der Stromseite gegenüber. „Politische Energiepreise“ dürften nicht nur für Gas, sondern müssten auch für Strom gelten. Die Politik müsse die Mehrwert- und Stromsteuer senken. Staatliche Preisbestandteile machten fast die Hälfte des Strompreises aus. Diesen Spielraum gelte es für politische Entlastungen zu nutzen.

Strom günstiger machen

Generell machte Sabel ein grundsätzliches Missverhältnis im Energiesystem aus.„Während auf der einen Seite fossile Energieträger weiter subventioniert werden, zuletzt durch die Absenkung der Mehrwertsteuer für Erdgas, sorgt das Erdgas andererseits im Rahmen der Merit Order für Preisspitzen beim Strompreis – und dies, obwohl der Anteil erneuerbarer Energien beim Strom stetig wächst.“

Der Bundesverband Wärmepumpe fordert von der Bundesregierung daher klare Rahmenbedingungen für den bereits vereinbarten Wärmepumpen-Hochlauf. Neben der zügigen Umsetzung der GEG-Novelle und einer gezielten Aufstockung der BEG-Förderung sollte eine deutliche Entlastung des Strompreises in den Fokus genommen werden. Über die Absenkung der Stromsteuer auf das zulässige Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde und die Absenkung der Mehrwertsteuer für Wärmepumpenstrom auf 7 Prozent steigen nach Überzeugung des Verbands Anreize für den Wärmepumpeneinsatz. Maßnahmen beim Strompreis setzen nicht nur direkt bei den Verbrauchskosten an und entlasten auch die Mieter unmittelbar. Diese Form der Entlastung lasse sich zudem zeitlich gut steuern und im Zuge der zu erwartenden Marktpreisentwicklung wieder anpassen.

Verbraucher nicht verunsichern

Dem BWP missfällt, dass die Bundesregierung sich nicht klar genug zur Wärmepumpe als zentrale Technologie bekenne. Die H2-ready-Debatte vergrößere nur die Verunsicherung. Blauer Wasserstoff sei nicht erneuerbar, da er mithilfe von Erdgas hergestellt wird. Es sei in hohem Maße bedauerlich, dass das GEG diesen Weg eröffne. „Es besteht das Risiko eines Weiter so“, sagte Kai Schiefelbein, Geschäftsführer von Stiebel Eltron.

Die Politik der falschen Zeichen könnte sich im GEG noch verstärken. Laut Gesetzentwurf müssen Gasnetzbetreiber für entsprechende Versorgungsgebiete verbindliche Zusagen beim Wasserstoff machen und massive Investitionen leisten, was angesichts der großen Effizienzvorteile von Wärmepumpen nur in vereinzelten Insellösungen eine Rolle spielen dürfte, ist der BWP überzeugt.

Wasserstoff-Heizung als Nischenlösung

Bei Verbrauchern könnte aber die Erwartung entstehen, dass diese Option auch in der Breite des Gebäudebestands eingesetzt werden könnte. Es sei Aufgabe der Politik, falschen Erwartungen entgegenzutreten. Denn überall dort, wo die Umstellung zu Wasserstoff dann nicht gelinge, drohten fehlgeschlagene Investitionen und enorme Kostenbelastungen für die Steuerzahler und all diejenigen, die im falschen Glauben in eine H2-ready-Heizung investiert hätten.

Die Wärmepumpenbranche bereite sich seiteineinhalb Jahren auf die 65-Prozent-Vorgabe vor. Sie habe sich längst darauf ausgerichtet, dass die Wärmepumpe bereits ab dem kommenden Jahr die neue Standardheizung werde, so der BWP-Chef.

Herausforderung für das Handwerk

Die Wärmepumpen-Offensive sei eine Riesenherausforderung für das Handwerk, sagte Sabel auf Nachfrage. Es sei wichtig, Installateure, die bislang Gasheizungen eingebaut hätten, nachzuqualifizieren. Langfristig seien aber auch ganz neue Ansätze unabdingar, etwa der Quereinstieg aus anderen Branchen. Grundsätzlich müsse man hier dem Markt vertrauen. „Das Signal muss nun von der Nachfrageseite kommen, dann wird sich vieles entwickeln.“

Claus Fest, Leiter Energiewirtschaft & Beschaffung B2C bei der EnBW und Geschäftsführender Vorstand der EnBW Energiegemeinschaft, gab zu bedenken, dass die Stimmung in der Branche eine andere sei, als in der Zeitung stehe. Die Bereitschaft, sich auf neue Geschäftsfelder einzulassen, sei da. Die Situation sei nicht so trostlos, wie oftmals beschrieben.

Vor zu großer Schwarzmalerei warnte auch der Stiebel Eltron-Chef. Die fortwährende Optimierung der Wärmepumpen werde die Situation entlasten. Potenzial sieht er auch bei einer stärkeren Kooperation der Gewerke. (amo)

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