VKU-Präsident Ulf Kämpfer (links) im Gespräch mit VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

VKU-Präsident Ulf Kämpfer (links) im Gespräch mit VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Bild: © VKU/Bildschön/Boris Trenkel

Zusätzliche Anreize, damit noch mehr ausländisches Kapital in die deutsche Energiewende fließt, fordern der Kieler Oberbürgermeister und VKU-Präsident Ulf Kämpfer und VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing im Gespräch mit der ZfK.

„Das Investitionsvolumen vieler Stadtwerke wird sich in den kommenden Jahren mindestens verdreifachen“, so Kämpfer. Diese finanziellen Herausforderungen seien allein mit der inneren Finanzierungskraft und Schuldentragfähigkeit der Branche nicht zu stemmen.

Investitionen in den Umbau Deutschlands konkurrierten allerdings weltweit mit anderen Investitionen. Man benötige deshalb gesetzliche Regelungen, die für bessere Investitionsbedingungen sorgten. 

Crowd-Investing als Option

Als Beispiel nannte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing einen besseren Zugang zu den Programmen der Förderbanken, die wiederum für neue Finanzierungsformen wie Mezzanine-Kapitel sorgen sollten. „Denkbar wäre auch Crowd-Investing, sodass dem Privatanleger gezielt in die Energiewende investieren können“. Wichtig sei natürlich auch eine höhere Eigenkapitalverzinsung bei Netzentgelten.

Insgesamt werbe man weiter für eine grundlegende Reform aller Steuern, Abgaben und Umlagen, die den Strompreis bestimmten. Dieses Thema müsse endlich angepackt werden, werde doch seit Jahren von allen Akteuren dringender Handlungsbedarf attestiert.

"Politik muss die Steuern und Co. unter die Lupe nehmen"

„Im Mittelpunkt sollte ein sektorenübergreifender CO2-Preis stehen“, so Liebing weiter. Fakt sei: Die Netzentgelte selbst werden steigen, da der Investitionsbedarf steige. „Um diesen Anstieg zu dämpfen, muss Politik die Steuern und Co. unter die Lupe nehmen. Deswegen widmen wir uns der Frage nach der Finanzierung der Transformation mit einem eigenen VKU-Projekt“, erklärte der VKU-Hauptgeschäftsführer.

Die kommunalen Unternehmen werden bis 2030 in den wichtigsten Sparten allein knapp 570 Mrd. Euro in die Energiewende investieren müssen. Das besagt eine Schätzung der Deutschen Kreditbank AG, andere Quellen gehen sogar von deutlich höheren Beiträgen aus.

Finanzierung der Energiewende steht auch im Fokus beim VKU-Stadtwerkekongress

Das Thema Finanzierung der Energiewende wird auch beim VKU-Stadtwerkekongress in Köln am 26./27. September eine zentrale Rolle spielen bei mehreren Vorträgen und Workshops. Die ZfK hatte diesem wichtigen Thema in der Juniausgabe einen eigenen Schwerpunkt gewidmet. Zum Abo geht es hier.

Das komplette Interview mit VKU-Präsident Ulf Kämpfer und VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing erscheint am kommenden Montag in einer Sonderbeilage, einem „ZfK-Spezial“ zum Stadtwerkekongress in Köln. Darin sprechen die beiden auch über das Thema Sparringspartnerschaft und die Zukunft der Daseinsvorsorge. (hoe)

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