Mit einem Milliardenzuschuss hat der Bund das EEG-Konto wieder aus dem Minus befördert. Auf dem rechten Bild ist Finanzminister Christian Lindner (FDP) zu sehen.

Mit einem Milliardenzuschuss hat der Bund das EEG-Konto wieder aus dem Minus befördert. Auf dem rechten Bild ist Finanzminister Christian Lindner (FDP) zu sehen.

Bilder: © Smileus/AdobeStock (links), Michael Kappeler/dpa (rechts), Canva

Ein kräftiger Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds hat den Abwärtstrend auf dem EEG-Konto vorerst gestoppt. Satte 1,7 Mrd. Euro überwies der Bund im März. Dies reichte aus, um die Lücke zwischen regulären Ausgaben und Einnahmen zu schließen und den Kontostand aus dem Minus zu befördern.

Ende März betrug das Guthaben nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber gut 250.000 Euro. Einen monatlichen Zuwachs hatte das Konto zuletzt im August 2022, also auf dem Höhepunkt der Energiekrise, verzeichnet.

Drastischer Strompreisrückgang

Ohne Bundeszuschuss hätte die Märzbilanz ganz anders ausgesehen. Dann hätten Ausgaben in Höhe von 1,4 Mrd. Euro Einnahmen von nicht einmal 200 Mio. Euro gegenübergestanden.

Hauptgrund für die Differenz sind die vergleichsweisen geringen Erlöse, die Erneuerbaren-Anlagen zurzeit auf dem Strommarkt erzielen. Im Vergleich zum Energiekrisenjahr 2022 sind die Strompreise an den Kurzfristmärkten drastisch zurückgegangen.

Weiter sinkende Strompreise bislang im April

Nach Darstellung der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis im März bei 65 Euro pro Megawattstunde (MWh). Im Vorjahreszeitraum waren es 103 Euro pro MWh gewesen, im März 2022 sogar 252 Euro.

Im April zogen die Strompreise bislang noch weiter nach unten. Laut Energy-Charts lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis bislang bei 54 Euro pro MWh (Stand 10. April, 13.37 Uhr). Weil gleichzeitig insbesondere die Solarstromproduktion gestiegen ist, dürfte sich die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben auf dem EEG-Konto noch mehr vergrößern.

Ein Drittel des Budgets nach Vierteljahr weg

Tatsächlich dürfte die kräftige Finanzspritze des Bundes eher einen Ausreißer als eine Kehrtwende bedeuten. Obwohl erst ein Vierteljahr vorbei ist, hat der Bund bereits fast ein Drittel seines EEG-Budgets für dieses Jahr aufgebraucht. Dabei stehen die üblicherweise kostspieligeren Sommermonate erst noch bevor.

Insgesamt hat der Bundestag für dieses Jahr 10,6 Mrd. Euro bewilligt. Dass das Geld ausreichen wird, um das EEG-Konto über das ganze Jahr hinweg ausgeglichen zu halten, bezweifelt auch das Bundesfinanzministerium. Es zeichneten sich aktuell erhebliche Mehrausgaben ab, schreibt es in einem Bericht zum Klima- und Transformationsfonds, der der ZfK vorliegt. (aba)

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