Stark gesunkene Strompreise im Vergleich zum vergangenen Jahr schlagen sich zunehmend auch auf dem EEG-Konto nieder. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres häuften sich dort fast fünf Mrd. Euro Verlust an. In der Folge schmolz das Guthaben von gut 15 Mrd. Euro Ende vergangenen Jahres auf nunmehr 10,2 Mrd. Euro.
Die Zahlen sind der Website Netztransparenz entnommen, die die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber unterhalten. Demnach standen allein im allein rund 430 Mio. Euro an Einnahmen Ausgaben in Höhe von 2,0 Mrd. Euro gegenüber. In der Folge drehte das Saldo mit 1,6 Mrd. Euro tief ins Minus. Damit konnten den zehnten Monat hintereinander die Einnahmen aus der Grünstromvermarktung die Ausgaben nicht decken.
Spitze von 17,4 Mrd. Euro
Im August 2022 war das Guthaben auf dem EEG-Konto inmitten extrem hoher Strompreise noch auf 17,4 Mrd. Euro gestiegen. Der jetzige Wert liegt noch unter dem Saldo von Dezember 2021 in Höhe von 10,6 Mrd. Euro, als die Strompreise infolge rasender Gaspreise schon einmal stark nach oben geklettert waren.
Nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts lag der durchschnittliche Börsenstrompreis im Day-Ahead bei 95 Euro pro MWh. Seit September 2021 war es erst das dritte Mal, dass dieser Wert unter der 100-Euro-Marke Halt machte.
EEG-Konto erklärt
Das EEG-Konto wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern geführt, die untereinander zu einem bundesweiten Belastungsausgleich verpflichtet sind. Auf der Einnahmenseite schlagen die Erlöse aus der Veräußerung der einspeisevergüteten grünen Strommengen durch die Übertragungsnetzbetreiber an der Strombörse zu Buche.
Mit den Einnahmen werden die Förderzahlungen für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien finanziert. Diese Förderungen bilden die Ausgabenseite des EEG-Kontos und werden von den Netzbetreibern an die Anlagenbetreiber ausgezahlt. (aba)



