Auch 2025 waren Photovoltaik-Anlagen die Haupttreiber der EEG-Kosten. (Archivbild)

Auch 2025 waren Photovoltaik-Anlagen die Haupttreiber der EEG-Kosten. (Archivbild)

Bild: © Jens Büttner/dpa

Es ist wieder etwas Stabilität eingekehrt auf dem sogenannten EEG-Konto, auf dem Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Förderung erneuerbarer Energien miteinander verrechnet werden. Das Jahr 2025 endete mit einem Guthaben von 1,5 Milliarden Euro. Das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Ein weiterer schöner Effekt für das Bundesfinanzministerium: Die vom Bundestag bewilligten Zuschüsse in Höhe von 17,2 Milliarden Euro wurden gar nicht in Gänze abgerufen. 16,5 Milliarden Euro wurden im Laufe des vergangenen Jahres in monatlichen Schüben zugeschossen. Im Vorjahr waren noch mehr als 18 Milliarden Euro notwendig gewesen, um eine Kontoüberziehung zu vermeiden.

Juli und September besonders teuer

Aufmerksame Beobachter des Strommarkts ahnten wohl bereits, dass der EEG-Finanzierungsbedarf kleiner ausfallen könnte. Eine ausgeprägte Dunkelflaute im ersten Quartal 2025 führte dazu, dass mangels Wind- und Solarstrom und infolge hoher Strompreise vergleichsweise wenig Fördergeld ausgezahlt werden musste. Erst im April überstiegen die Gesamtausgaben eine Milliarde Euro. Im ersten Halbjahr schoss der Bund insgesamt knapp siebeneinhalb Milliarden Euro zu.

Besonders teuer wurden die Monate Juli und September. Die Gesamtausgaben beliefen sich jeweils auf 2,6 Milliarden Euro. Doch in den Folgemonaten gingen die Fördergeldzahlungen wieder zurück, im Dezember auf unter eine Milliarde Euro.

In der Endphase der Ampel-Bundesregierung waren die EEG-Kosten zum Politikum geworden. Befeuert wurde die Diskussion durch Fehlprognosen zu künftigen Strompreisen, weshalb 2024 die vom Bundestag bewilligten Mittel die Kosten bei weitem nicht mehr deckten. Unter großen Mühen stellten SPD, Grüne und FDP damals einen Nachtragshaushalt auf, der aber dann dem Koalitionsbruch zum Opfer fiel.

Debatte über EEG-Zukunft

Die neue schwarz-rote Mehrheit im Bundestag holte im vergangenen Jahr den Nachtragshaushalt für 2024 nach und stellte den regulären Bundeshaushalt für 2025 auf. Im November folgte auch noch der Bundeshaushalt für 2026. Erneut wurden vom Bundestag 17,2 Milliarden Euro für die EEG-Finanzierung bereitgestellt.

Die EEG-Kosten dürften die Bundespolitik auch in diesem Jahr intensiv beschäftigen. Bis zum Jahresende muss das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden. Zentraler Bestandteil muss ein europäischer Rückzahlungsmechanismus in Zeiten hoher Erlöse sein. Kleine Anlagen könnten davon ausgenommen werden.

Generell tendiert die SPD dazu, die Förderung erneuerbarer Energien beizubehalten, während sich einflussreiche Stimmen in der Union durchaus vorstellen können, beispielsweise die Förderung für Photovoltaik-Aufdachanlagen einzustellen. "Neue, kleine PV-Anlagen rechnen sich schon heute im Markt und bedürften keiner Förderung", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) im Sommer 2025.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper