Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Bild: © Fabian Sommer/dpa

Vor dem Hintergrund der angestrebten Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen will Deutschland seine Energiepartnerschaft mit Kanada weiter vertiefen. Das kündigte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Wirtschafts- und Innovationsminister François-Philippe Champagne an. Ein zentraler Punkt sei die Versorgung Deutschlands mit verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Kanada, erklärte Habeck. Das «befreundete Kanada» biete hier viele Möglichkeiten - insbesondere, wenn es darum gehe, die LNG-Versorgung direkt mit dem Umstieg auf sauberen Wasserstoff zu verbinden. Konkretere Details gab es dazu zunächst nicht. Beide Minister kündigten an, bei einem zeitnahen Besuch Habecks in Kanada weiter über die Pläne sprechen zu wollen.

Auch die Gewinnung von kritischen Mineralien zur Batterie-Produktion könne «ein sehr interessantes Geschäftsfeld» für deutsche Unternehmen sein, sagte Habeck. Deutschland sei inzwischen «der schnellstwachsende Batterie-Produktionsmarkt». Die Rohstoffe, die dafür aber nötig seien, würden bislang nur in sehr wenigen Ländern gewonnen, vor allem in China, erklärte er. Kanada biete nun an, Teile dieser Mineralien selbst zu schürfen. Eine solche Partnerschaft würde «die Resilienz der europäischen und deutschen Wirtschaft deutlich erhöhen», sagte Habeck.

Differenzen bei Ceta

Differenzen deutete der Grünen-Politiker mit Blick auf die ausstehende deutsche Ratifizierung des Handelsabkommens Ceta zwischen Europa und Kanada an. «Sie wissen, dass es aus Sicht der Bundesregierung einige Punkte gibt, die noch zu klären sind», sagte Habeck dazu. Sein kanadischer Amtskollege Champagne warb eindringlich für Ceta und betonte, dass er sich darüber freuen würde, wenn Deutschland das Abkommen zeitnah ratifizieren würde.

Das Freihandelsabkommen Ceta ist seit September 2017 vorläufig in Kraft. Einige besonders umstrittene Bereiche liegen allerdings auf Eis, bis die Parlamente sämtlicher EU-Mitgliedstaaten sowie Kanada und die EU den Pakt ratifiziert haben. In der EU fehlen noch zwölf Staaten, darunter Deutschland. Vorbehalte gibt es in der Ampel-Koalition vor allem auf Seiten der Grünen. Die Partei hatte sich in ihrem Wahlprogramm darauf festgelegt, das Abkommen wegen Defiziten beim Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz nicht in seiner jetzigen Fassung ratifizieren zu wollen. (dpa/amo)

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