Ein längerer Name bedeutet mehr Aufgaben: Die Energieagentur Rheinland-Pfalz soll laut Koalitionsvertrag zur Energie- und Klimaschutzagentur weiterentwickelt werden, abgekürzt EKA.rlp. "Unser Ziel ist es nicht, größer zu werden", sagte Michael Hauer, Geschäftsführer, Energieagentur.
"Vielmehr geht es darum, Kommunen, Unternehmen und anderen Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität effizient zu unterstützen." Der neue Ansatz ermögliche ein ganzheitlicheres Herangehen.
70 Mio. Euro Investitionen
"Ganz oben steht weiter das Ziel, die CO2-Emissionen zu reduzieren", betonte Hauer. Dabei seien aber auch positive Fördereffekte im Blick, etwa für die regionale Wertschöpfung. In den Jahren von 2016 bis 2020 sicherte sich die Energieagentur nach eigenen Angaben von EU und Bund rund 25 Mio. Euro an Fördermitteln.
Mit diesen Mitteln wurden Investitionen von mehr als 70 Mio. Euro ausgelöst. Einen besonderen Akzent setzt die Energieagentur auf den Ausbau der Solarenergie - im Einklang mit dem Ziel der Landesregierung, die Windkraftkapazität bis 2030 auf eine Leistung von rund acht GW zu verdoppeln.
Neun Gigawatt Solarenergie
Die Kapazität der Photovoltaik soll sogar auf neun GW verdreifacht werden. "Wir reden hier lediglich über ein Minimum, um das, was wir als Energiebedarf haben, abdecken zu können", sagte Hauer.
Heute habe Rheinland-Pfalz einen Strombedarf von etwa 29 Terawattstunden (29 Mrd. kWh). "Künftig brauchen wir mehr. Wir sehen ein Minimum von 37 Terawattstunden (37 Mrd. kWh) bis 2030." Grund sind die verschiedenen Prozesse der Transformation, um sich beim Heizen oder im Verkehr von fossilen Brennstoffen freizumachen.
Kommunale Bebauungsplanung
Anstöße dafür soll auch der Kommunale Klimapakt geben, in dem die drei kommunalen Spitzenverbände, Ministerien, die Energieagentur und das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen zusammenwirken. Für die Gestaltung des Photovoltaik-Ausbaus werde für Ende September eine Infoveranstaltung mit den kommunalen Spitzenverbänden vorbereitet.
Anders als beim komplexen Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen können die Flächen für die Stromerzeugung mit Sonnenenergie im Rahmen der kommunalen Bebauungsplanung eingerichtet werden. "Wir müssen die ertragreichsten Flächen finden und die Frage der Einspeisung ins Netz klären", sagte Hauer. (dpa/jk)



