"Wir stehen voll hinter den Sanktionen der Europäischen Union": Eon-Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf.

"Wir stehen voll hinter den Sanktionen der Europäischen Union": Eon-Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf.

Bild: © Eon

Der Energiekonzern Eon warnt vor einem Scheitern der Energiewende. Deutschland stehe mitten im größten Transformationsprozess seit der industriellen Revolution, betonte CEO Leonhard Birnbaum am 25. Januar vor Journalisten in Essen. Mache diesen aber "besonders teuer, besonders bürokratisch und besonders umständlich", kritisierte Birnbaum. Sollten Gesetzgeber und Verwaltung weiterhin "so träge" handeln, sei die Energiewende nicht zu schaffen.

Drei große Baustellen

Vor allem in drei Bereichen möchte der Eon-Chef die Bundesregierung stärker in die Pflicht nehmen: bei einem "Back-up" für Strom, den Systemkosten und der Versorgungssicherheit. Die Koalition aus SPD, FDP und Grünen will bekanntlich bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität erreichen.

Birnbaum plädiert für einen technologieoffenen Kapazitätsmarkt, "der so liquide und berechenbar wie möglich ist". Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie habe Deutschland ein Kapazitätsproblem beim Strom und bislang kein Back-up. Zudem fordert er "massive Investitionen" in Speichertechnologie.

Um aber die Akzeptanz für die Energiewende zu erhalten, dürfen die Kosten "nicht durch die Decke gehen", so Birnbaum weiter. Eine zentrale Rolle spielt hier der Netzausbau. Investitionen in die Energieinfrastruktur sollten wettbewerbsfähig verzinst werden. Beim Erneuerbarenausbau schlägt er darüber hinaus eine regionale Steuerung samt staatlicher Förderung vor.

Geopolitik nachschärfen

Außerdem braucht es aus seiner Sicht eine auf die "Wahrung unserer Energieinteressen" ausgerichtete Geopolitik. "Wir müssen Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik viel stärker unter energiestrategischen Aspekten betreiben." Der Eon-Chef mahnt im Zuge dessen insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Importstrategie für Wasserstoff an. Die lässt aber bisher auf sich warten – was jüngst auch der Stahlkonzern Thyssenkrupp monierte.

Als "offene Flanke" bezeichnete er schließlich die Wärmewende. Hier will sich der Konzern mit Dienstleistungen für Kommunen etablieren. Es gebe bereits eine Projektpipeline mit Partnern in Industrie, Wohnungswirtschaft und Kommunen. (dz)

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