In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

Bild: © Karsten/AdobeStock

Für die 17 Zeilen zum Glasfaserausbau in Deutschland im Koalitionsvertrag der Bundesregierung gibt es unter anderem lobende Worte vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und dem Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko). "Die gute Botschaft ist, dass der flächendeckende Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen nach neuestem Standard das oberste Ziel ist", sagt Martin Fornefeld, Chef der Micus Strategieberatung. Das sei stark und zeige allen Marktteilnehmern, dass ein "Weiter so" mit Kupfertechnologie nicht mehr im Fokus des Ausbaus stünde. "Bei heute ca. 18 Prozent gebauter Glasfaseranschlüsse in Deutschland bleibt das eine Herkulesaufgabe, die uns die nächsten 10 bis 15 Jahre noch beschäftigen wird", so Fornefeld weiter.

Mehr zu den neuen Plänen der Bundesregierung bezüglich des Glasfaserausbaus lesen Sie in der aktuellen ZfK-Ausgabe auf Seite 3.
 

Die Konzentration auf Glasfaser bedeute exemplarisch, dass "nichts anderes mehr gefördert werden darf", bekräftigt auch ein VKU-Sprecher. Die Fokussierung bedeute zudem, dass ein regulatorischer Weg gefunden werden müsse, wie die Migration von Kupfer auf Glasfaser so stattfindet, dass der Glasfaserausbau vor Ort wirtschaftlich bleibe, erläutert er ferner.

Micro-Trenching: Normierungsverfahren läuft, aber...

Oft diskutiert wird über alternative Verlegemethoden wie das Micro-Trenching. Hierbei wird exemplarisch die Straße bis in 40 Zentimeter tief aufgeschlitzt, eine Glasfaserleitung verlegt und anschließend wieder geschlossen. Die Ampel-Regierung möchte Normen und damit einen anerkannten Rahmen zur Anwendung dieser Methoden schaffen. Neben der Telekommunikationsbranche ist die Bauindustrie an dem laufenden Normierungsprozess beteiligt.

"Um die Ausbau-Geschwindigkeit weiter zu erhöhen brauchen wir einen deutlich stärkeren Einsatz moderner Verlegemethoden als bisher", sagt Sven Knapp, Geschäftsleiter des Breko-Hauptstadtbüros. Die Normierung alleine vereinfache aber noch nicht die Anwendung dieser mittlerweile in vielen Ausbauprojekten" erfolgreich angewandten Verlegemethoden". "Was wir brauchen, ist eine Normierung, die dazu führt, dass diese Verlegeverfahren dort wo deren Einsatz sinnvoll ist ohne Einschränkungen genutzt werden dürfen", erläutert Knapp.

Welchen Zweck hat das Gigabit-Grundbuch?

Überrascht wurde der Micus-Chef hingegen von dem angekündigten Gigabit-Grundbuch. "Jedoch fehlen hier noch weitergehende Ausführungen". Aber aus der Praxissicht könnten alle Aktivitäten unterstützen, die deutschlandweit transparent und für jeden Interessierten aufzeigen, wo Glasfaserinfrastrukturen vorhanden und Anschlüsse auch buchbar seien, so Fornefeld. Der Breko plädiert indes dafür, den Breitbandatlas und den Infrastrukturatlas, falls notwendig, anzupassen, anstatt ein neues Instrument zu schaffen.

Der VKU betrachtet die Einführung des Buches nur dann als "einen guten Ansatz", wenn darin alle bestehenden oder auf Bundes- und Landesebene bereits geplanten Dokumentationen der Infrastrukturen zusammengeführt würden. "Der Aufwand für Unternehmen muss reduziert, nicht ausgedehnt werden", sagt der VKU-Sprecher. (gun)

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