Wasserstoffimporte standen auf den vergangenen Auslandsreisen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) ganz oben auf der Agenda.

Wasserstoffimporte standen auf den vergangenen Auslandsreisen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) ganz oben auf der Agenda.

Bild: © Kay Nietfeld/dpa

Das Bundeswirtschaftsministerium nimmt 3,5 Milliarden Euro in die Hand, um grünen Wasserstoff samt Derivaten aus Importregionen zu beschaffen. Das Geld soll aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen, wie das von Grünen-Politiker Robert Habeck geführte Ministerium mitteilte. Konkret soll das Geld zwischen den Jahren 2027 und 2036 fließen.

Bei der Ankurbelung grüner Wasserstoffimporte will Deutschland eng mit den Niederlanden und der Europäischen Wasserstoffbank zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen sie Partnerländern "attraktive Kooperationsangebote" eröffnen, wie es in der Presseaussendung heißt.

Bis zu 130 TWh Wasserstoffverbrauch jährlich

Die Ampel-Koalition geht bis 2030 von einem Wasserstoffbedarf in Höhe von jährlich 95 bis 130 Terawattstunden (TWh) aus. Das geht aus der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie hervor, die die Bundesregierung im Sommer 2023 vorstellte.

Vorrangiges Ziel ist es, die Stahl- und Chemieindustrie zu vergrünen. Im Strombereich ist Wasserstoff als saisonaler Speicher sowie als Ersatzbrennstoff für Erdgas vorgesehen. Im Wärmebereich, insbesondere als Ersatz für Erdgasthermen, spielt der Energieträger nach Einschätzung der Regierung lediglich eine "eher nachgeordnete Rolle".

Kernidee Doppelauktionsmodell

Die Bundesregierung schätzt, dass angesichts der wachsenden Nachfrage mehr als die Hälfte des Wasserstoffs importiert werden muss. "Ziel der Fördermaßnahme ist es, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, sowohl hinsichtlich der Mengen als auch hinsichtlich der Preise", schreibt das Ministerium. Gleichzeitig sollen auf beiden Seiten Investitionen angereizt werden.

Die Kernidee sei das sogenannte Dooppelauktionsmodell, heißt es in der Presseaussendung. "Damit wird die Differenz zwischen zwei Preisen überbrückt: Der höhere Preis für Wasserstoff auf dem Weltmarkt und der niedrigere Preis, zu dem Wasserstoff regional weiterverkauft und wirtschaftlich eingesetzt werden kann."

Zwei Auktionen

Konkret soll die staatliche Tochtergesellschaft H2-Global-Stiftung eine internationale Auktion für den Einkauf von grünem Wasserstoff und Derivaten durchführen. Das günstigste Angebot soll einen langfristigen Bezugsvertrag erhalten.

In einer zweiten Auktion sollen die so beschafften Wasserstoffmengen an Abnehmer in der EU "zu einem wettbewerbsfähigen Preis" versteigert werden. "Die jetzt bereitgestellten Mittel werden zum Ausgleich der Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreisen eingesetzt."

Zu Besuch bei möglichen Wasserstofflieferanten

In den vergangenen Wochen hatte Bundeswirtschaftsminister Habeck mehrfach Länder bereist, die als Wasserstoffexporteure infrage kommen könnten. Dazu zählten die Golfstaaten Oman und Saudi-Arabien sowie Algerien.

Bei seinem Besuch in dem nordafrikanischen Land unterzeichnete der Minister eine Absichtserklärung über künftige Wasserstofflieferungen nach Deutschland. (Die ZfK berichtete.) (aba)

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