Nach einem Gespräch mit Vertretern der Landesregierung in Magdeburg besichtigte Robert Habeck den Chemiestandort Leuna.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Landesregierung in Magdeburg besichtigte Robert Habeck den Chemiestandort Leuna.

Bild: © Jan Woitas/dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rechnet damit, dass sich der Bau von Windanlagen auf See in Deutschland nach einem Stillstand wieder erholt. Die Nachfrage steige, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einem Besuch des Cuxhavener Werks von Siemens Gamesa, in dem Turbinen für die Anlagen hergestellt werden.

Die Bundesregierung habe im vergangenen Jahr für den Ausbau der Windenergie auf See einen mehrstufigen Plan erstellt, der der Industrie Verlässlichkeit biete. "Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Deutschland war dumm genug, in den verschiedenen Sparten, auch der erneuerbaren Sparten, den Markthochlauf selber kaputtzumachen", sagte er mit Blick auf die vorherige Regierung. Nun müsse die Ampel-Koalition mit hoher Geschwindigkeit die Fehler der Vergangenheit korrigieren.

Offshore-Ziele hochgeschraubt

Siemens-Gamesa-Chef Jochen Eickholt sagte, im Cuxhavener Werk sei die Zahl der Beschäftigten seit Sommer 2022 von 650 auf 800 erhöht worden. Diese arbeiteten inzwischen in drei Schichten. Weitere Einstellungen seien geplant. In dem Werk werden die Maschinenhäuser für Elf-Megawatt-Anlagen gefertigt - hauptsächlich für Windprojekte außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets. Ein Sprecher sagte, geplant sei, noch in diesem Jahr auch für einen deutschen Windpark zu produzieren.

Die Bundesregierung hatte ihre Offshore-Ziele im vergangenen Jahr hochgeschraubt. Vorgesehen ist eine installierte Leistung von mindestens 30 Gigawatt bis 2030. "Das ist zu schaffbar", betonte Habeck. Zu den in den 25 Windparks in Nord- und Ostsee erzeugten gut 8 Gigawatt würden demnächst 2,7 hinzukommen.

Bereit für "Sprint"

Allein in diesem Jahr würden weitere 8,8 Gigawatt ausgeschrieben. In den kommenden Jahren kämen etwas kleinere Tranchen von etwa 4 Gigawatt dazu. "Dann kommen wir auf die 30", sagte Habeck. "Da hat sich Deutschland wirklich was vorgenommen, aber natürlich kann es gelingen." Eickholt sagte, sein Unternehmen sei bereit, zu einem "Sprint" anzusetzen.

Habeck betonte, neben der heimischen Erzeugung erneuerbarer Energie sei es auch strategisch wichtig, die entsprechende Technik vorzuhalten. Die unterstützenden Instrumente dafür müssten so geschärft werden, dass der Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleibe - auch ohne Subventionen. (dpa/jk)

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