Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Bild: © Adobe Stock/Thomas

Die FNB Gas kritisieren die Pläne der Bundesregierung, die Frist zur Vorlage eines Konzeptes für die zukünftige Wasserstoffnetzentwicklungsplanung um ein Jahr zu verschieben. Nach dem Willen der Ampel will Deutschland erst zum 31. Dezember 2023 aktiv werden – sehr zum Ärger von FNB Gas-Geschäftsführerin Inga Posch. „Wenn das BMWK jetzt bei der Netzentwicklungsplanung für Wasserstoff auf die Bremse tritt, muss sie sich darüber im Klaren sein, dass es so kaum möglich sein wird, noch in diesem Jahrzehnt ein überregionales Wasserstoffnetz aufzubauen. Und ohne Netz kann kein Wasserstoffmarkt entstehen“, warnt sie.

Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sei aber entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, so Posch weiter. Deutschland drohe den rechtzeitigen Umstieg auf einen nachhaltigen Energieträger zu verpassen. Damit würden wichtige Chancen für das Erreichen der Klimaziele vergeben.

Vorschläge liegen auf dem Tisch

Posch ärgert insbesondere, dass bereits konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen. Es gebe die Vorschläge der Netzbetreiber für die integrierte Netzplanung für Erdgas und Wasserstoff bis zu Finanzierungskonzepten. Das dena-Modell zur Vorfinanzierung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur durch die Netzbetreiber in Verbindung mit einer Risikoabsicherung durch den Staat würde das Henne-Ei-Problem bei der Finanzierung lösen und für die Kunden bezahlbare Netzentgelte sicherstellen, ist Posch überzeugt. An den Netzbetreibern würde es nicht scheitern. Sie würden gerne sofort loslegen.

Als „nicht schlüssig“ bezeichnet Posch die Begründung der Bundesregierung für die Hängepartie. Es sei nicht nötig, darauf zu warten, dass das EU-Gasmarktpaket verabschiedet wird. „Zum einen lassen die Entwürfe der EU-Kommission den Mitgliedstaaten ausreichend Flexibilität, um bestehende Netzentwicklungsplanungsprozesse aus dem Erdgasbereich in den Wasserstoffbereich zu übertragen.“ Mit Widerstand aus dem Europäischen Parlament oder Rat sei nicht zu rechnen.

Wird Deutschland zum Bremsklotz?

Zum anderen brauche die Europäische Union gerade Deutschland als größtes Industrieland als Lokomotive für die Umstellung. Sonst drohe Deutschland zum Bremsklotz zu werden, warnt Posch.

Der Aufbau eines Wasserstoffstartnetzes sei eine no-regret Investition in die Zukunft. Nicht zuletzt mit Blick auf die USA und den Sogeffekt für Investitionen durch den Inflation Reduction Act könne sich Deutschland dieses Abwarten nicht leisten. „Die Bundesregierung sollte umgehend den Auftrag für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur erteilen.“ (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper