Auf dem Weg zum klimafreundlichen Heizen liegt die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover bei der kommunalen Wärmeplanung nach eigener Einschätzung weit vorn. Noch im laufenden Jahr solle die Planung abgeschlossen sein, 2024 sollten die Menschen beteiligt und dem Rat ein Beschlussentwurf vorgelegt werden, teilte die Stadt am Montag mit.
Damit sei Hannover deutlich früher als vorgesehen, sagte Oberbürgermeister Belit Onay. Der Grünen-Politiker sprach von "Planungssicherheit für die Wärme der Zukunft". Hannovers Umweltdezernentin Anja Ritschel betonte: "Wir sind sicher, dass wir 2024 eine kommunale Wärmeplanung haben werden."
Vorreiter Niedersachsen
Das niedersächsische Klimagesetz sieht den Angaben zufolge vor, dass die Kommunen bis Ende 2026 ihre Wärmeplanung aufstellen müssen. Vor gut einer Woche hatte das Bundesbauministerium einen überarbeiteten Gesetzentwurf zur Wärmeplanung vorgelegt.
Demnach sollen größere Städte ihre Wärmepläne nun bis Mitte 2026 vorlegen. Kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit.
Minderheit soll mit Wasserstoff heizen
Kern ist nach Angaben der Stadt die Ausweisung sogenannter Wärmenetzgebiete und von Gebieten mit dezentraler Wärmeversorgung – etwa Wärmepumpen. Derzeit heizten 62 Prozent der Kunden mit Gas, 27 Prozent mit Fernwärme und zehn Prozent mit Öl, sagte Susanna Zapreva, Vorstandschefin des Regionalversorgers Enercity.
Für 2040 werde angepeilt, dass neun Prozent mit Wasserstoff heizten, 60 Prozent mit Fern- oder Nahwärme und 32 Prozent mit Wärmepumpen. Für den entsprechenden Umbau einschließlich Kohleausstieg seien Investitionen von 1,5 Milliarden Euro geplant.
Schnellerer Kohleausstieg
Die Stadt Hannover hatte im Frühjahr 2021 angekündigt, schneller als zuvor geplant aus der Kohleverstromung aussteigen und bei der Strom- sowie Wärmeproduktion auf regenerative Energien umsatteln zu wollen.
Das Kraftwerk Stöcken wird demnach von 2024 an schrittweise vom Netz gehen. Auch aus Biomasse- und Klärschlamm-Verbrennung soll Wärme gewonnen werden. (dpa/aba)



