Zeigten sich nach dem Wohnbaugipfel geeint: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, Dritter von links) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, Vierter von links)

Zeigten sich nach dem Wohnbaugipfel geeint: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, Dritter von links) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, Vierter von links)

Bild: © Jonas Walzberg/dpa

Die Ampel-Koalition will den Klimabonus in der Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, vorübergehend attraktiver gestalten. Das kündigte das zuständige Bundesbauministerium am Montag nach einem Gipfeltreffen mit Vertretern der Wohnungsbranche an.

Demnach sollen Hauseigentümer künftig beim Einbau einer neuen klimafreundlichen Heizungsanlage je nach Einkommen bis zu 75 Prozent Förderung erhalten. Dies gilt insbesondere für den Austausch besonders alter Heizungen.

Klimabonus erhöhen

Hier will die Bundesregierung den sogenannten Klima- oder Speedbonus für die kommenden beiden Jahre von 20 auf 25 Prozent erhöhen. Um jetzt Sanierungsimpulse zu setzen, soll diese Förderung in den Jahren 2026 und 2027, folglich nach der nächsten Bundestagswahl, um jeweils fünf Prozent sinken. Danach soll es um drei Prozent nach unten gehen.

Die Bundesregierung hat sich zudem vorgenommen, die Zielgruppe auf Wohnungsunternehmen und Vermieter auszudehnen. Darüber hinaus sollen die bisherigen Sanierungssätze von 15 Prozent als Zuschuss und 20 Prozent als steuerliche Abschreibung jeweils auf 30 Prozent angehoben werden. Auch hier ist von 2026 an wieder ein Rückgang vorgesehen.

Streit um Energiesparstandard beigelegt

Mit Blick auf die derzeitigen Verhandlungen über eine schärfere EU-Gebäuderichtlinie will die Ampel sich für "anspruchsvolle" Sanierungsquoten für den gesamten Gebäudebestand einsetzen. Verpflichtende Sanierungen einzelner Wohngebäude sollen jedoch ausgeschlossen werden.

Konkret will die Koalition am aktuellen Energiesparstandard EH55 für Neubauten festhalten. Im Koalitionsvertrag war für 2025 noch der ambitioniertere Standard EH40 vereinbart worden. EH40 sollte den Energiebedarf für das Heizen und damit auch den Ausstoß von Klimagasen weiter senken. Doch das Bauen wird damit aufwendiger und teurer.

Habeck gibt nach

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) war bereits am Wochenende auf Distanz zu EH40 für Neubauten gegangen. Darauf ließ sich nun auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein.

Er erklärte: "Mit der Einführung des Gebäudeenergiegesetzes ist sichergestellt, dass Neubauten ab 2024 klimafreundlich heizen. Deshalb halte ich es nicht mehr für nötig, jetzt auf die Schnelle den neuen Standard EH 40 einzuführen. Das kann noch warten, vor der EU-Gebäuderichtlinie macht es auch keinen großen Sinn."

14-Punkte-Paket

Insgesamt einigte sich die Bundesregierung auf ein 14-Punkte-Paket, um den lahmenden Wohnungsbau anzukurbeln. Die Immobilien- und die Bauwirtschaft reagierten "vorsichtig optimistisch". (aba/dpa)

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