Bild:© Florian Adler/Wikipedia

Auch in diesem Jahr zeigt sich beim "Innovation Benchmark Energiewirtschaft" des Beratungsunternehmens Axxcon: Größe, Finanzstärke und Konzernhintergrund sind keine zwingenden Voraussetzungen für ein innovatives Dienstleistungsangebot.

So spielen im aktuellen Ranking kleine und mittlere Energieversorger noch deutlicher vorne mit als im Jahr 2018, wie das Unternehmen mitteilte. Zu den insgesamt drei Unternehmen, die sich Platz eins teilen, zählen die RWE-Tochter Innogy, Eon und die Stadtwerke Münster. Letztere gehören mit einem Jahresumsatz von rund 0,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 zu den kleinsten der untersuchten Unternehmen.

Spitzenplätze für regionale Versorger

Auch im weiteren Verlauf des Rankings zeigt sich, dass sich die kleineren, regional tätigen Versorgungsunternehmen keinesfalls hinter den großen Anbietern verstecken müssen: Platz zwei teilen sich EnBW (Jahresumsatz 22 Milliarden Euro) und die Stadtwerke Augsburg (0,6 Milliarden Euro). Auf Platz drei stehen insgesamt sechs mittelgroße und kleine Unternehmen: Stadtwerke Duisburg, MVV-Energie, Rheinenergie, Mainova, die Stadtwerke Iserlohn und die EWE AG.

"Dies bestätigt die Beobachtung aus den vergangenen Jahren, dass auch kleinere Unternehmen, innovative Produkte und Services auf den Markt bringen können", folgert Stefan Jaschke, Partner bei Axxcon. So haben sich die Stadtwerke Münster seit dem vergangenen Jahr von einem mittleren Platz auf den Spitzenplatz verbessert. Zu dem nach außen sichtbaren Leistungsangebot des Unternehmens sind zahlreiche Produkte hinzugekommen – vom Autostromvertrag über Heizungsverkauf, intelligente Straßenlaternen, intelligente Stromtarife, Online-Terminvereinbarung und Photovoltaik bis hin zu Telefonie und Internet.

Wie gemessen wurde

Für die von Juni bis November 2019 durchgeführte Studie wurde das nach außen sichtbare Angebot innovativer Dienstleistungen und Produkte verglichen. Dies konnten Beratungs-Apps, E-Mobilität bis hin zu Telefonie und Internet sein. Grundlage waren die aktuellen Einträge auf den jeweiligen Internetseiten. Untersucht wurden 26 deutsche Energieversorger. Die untersuchten Energieversorgungsunternehmen (EVU) generieren einen Jahresumsatz von rund 144 Mrd. Euro. Insgesamt werden in Deutschland auf dem Energiemarkt jährlich etwa 305 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Die in der Studie untersuchten Leistungsangebote wurden in vier Rubriken geclustert: Digitalisierung, effiziente Energienutzung und -erzeugung, Mobilität sowie innovative Services und Vertriebsstrategien.

Entwicklungen in den Clustern

Im Kerngeschäft effiziente Energienutzung und -erzeugung – von Energiemanagement über Smart Grids bis zum Smart Home – hat sich die Anzahl der Leistungen marginal verändert. Auch im Bereich Digitalisierung, der unter anderem Apps, Online-Portale und die elektronische Abrechnung umfasst, sind kaum neue Produktangebote hinzugekommen.

Anders sieht es im Bereich Mobilität aus. Hier haben die EVU im Vergleich zum vergangenen Jahr von durchschnittlich 3,4 Mobilitätsprodukten auf vier Produkte zugelegt: Öffentliche Ladestationen werden jetzt von fast allen Versorgern angeboten. Private Ladestationen bieten 88 Prozent der untersuchten EVU an. E-Autos und Flottenmanagement sowie Carsharing haben jeweils 38 Prozent der Unternehmen im Programm, 27 Prozent bieten E-Roller oder Segways an.

Nachholbedarf bei innovativen Services und Vertriebsstrategien

Im Bereich innovative Services und Vertriebsstrategien wiederum hat vor allem das Heizungscontracting zugelegt: Wurde es im Jahr 2018 von zehn Prozent der Unternehmen angeboten, sind es nun 20 Prozent. Insgesamt jedoch bleibt insbesondere in diesem Innovationsbereich viel Luft nach oben, so die Beratungsgesellschaft. Unter anderem sei noch ein großes Entwicklungspotenzial im Bereich Internet und Telefonie vorhanden. (ab)

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