Im Gebäudebestand stoßen moderne Wärmenetze an Grenzen.

Im Gebäudebestand stoßen moderne Wärmenetze an Grenzen.

Bild: © KfW-Bildarchiv-Torsten-George

Der Bundesverband der Deutschen Industrie will für einen besseren Klimaschutz mehr Tempo bei der Sanierung von Gebäuden. In einem am Mittwoch vorlegten Papier heißt es, Gebäude seien derzeit wahre Energiefresser. Mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland entfalle auf ihren Betrieb, das mache über 30 Prozent des CO2-Austosses aus. «Ohne eine Sanierungswelle kann die Bundesregierung ihre Klimaziele niemals erreichen.»

Den Willen zu einem klimaneutralen Gebäudebestand gebe es, so der BDI. Auch wirtschaftlich einsetzbare Technologien seien verfügbar. Die benötigten politischen Rahmenbedingungen fehlten jedoch. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamtes seine Klimaziele insgesamt geschafft - vor allem infolge der Corona-Pandemie. Nur der Gebäudesektor verfehlte das Ziel.

Hohes CO2-Einsparpotenzial

Deswegen müssen die zuständigen Ministerien nun nachbessern. Dazu kommt, dass Deutschland wegen des neuen EU-Klimaziels 2030 bei Gebäuden voraussichtlich zusätzlich 17 Millionen Tonnen CO2 einsparen muss, wie der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch sagte.

Viele Häuser in Deutschland stammten aus der Nachkriegszeit, als es noch keine energetischen Anforderungen gegeben habe, so der BDI. Fast zwei Drittel der Fassaden seien ungedämmt, bei der Anlagetechnik seien knapp 70 Prozent nicht auf dem neuesten Stand. «Trotzdem stagniert die Sanierungsquote des Gebäudebestands seit Jahren bei etwa einem Prozent. Um die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, müsste die Quote mindestens verdoppelt werden.»

Anreize für höhere Energieeffizienz

Privateigentümer müssten zu Investitionen in Energieeffizienz motiviert werden. Der BDI forderte einen wirksamen zusätzlichen «Impuls» in Form einer steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Bestehende Förderprogramme müssten vereinfacht werden. In der schwarz-roten Koalition laufen seit Wochen Verhandlungen darüber, wie Zusatzkosten durch den neuen CO2-Preis auf Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. (dpa/hoe)

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