War die größte bezuschlagte Anlage in der dritten Ausschreibungsrunde: das Kraftwerk Bergkamen in Nordrhein-Westfalen.

War die größte bezuschlagte Anlage in der dritten Ausschreibungsrunde: das Kraftwerk Bergkamen in Nordrhein-Westfalen.

Bild: © Steag

Die dritte Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur zur Stillegung von Kohlekraftwerken hat mit einem leichten Dämpfer geendet. Die ausgeschriebene Kapazität von knapp 2,5 GW wurde knapp unterschritten.

Insgesamt seien elf Gebote mit einer Menge von insgesamt gut 2,1 GW eingegangen, schreibt die Bundesbehörde.

"Rege Beteiligung am Verfahren"

Die Behörde bezuschlagte alle Gebote. Die betroffenen Anlagen dürfen vom 31. Oktober 2022 an keine Kohle mehr verfeuern.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, beschwichtigte. "Der Kohleausstieg geht stetig voran", wird er in der Mitteilung seiner Behörde zitiert. "Auch in der dritten Runde gab es eine rege Beteiligung am Verfahren."

BDEW: "Wir halten Wort"

Ähnlich positiv äußerte sich der Branchenverband BDEW. Die erfolgreiche dritte Ausschreibungsrunde zeige, dass der Kohleausstieg laufe, kommentiert er auf ZfK-Nachfrage. Ein großer Teil sei damit bereits in den ersten Jahren geschafft.

"Mit diesen umfangreichen Stilllegungen zeigt der Energiesektor einmal mehr: Wir halten Wort."

Steag-Kraftwerk Bergkamen

Zum Zuge kamen in dieser Runde erneut vorwiegend Kraftwerke aus West- und Nordwestdeutschland, wo ein Großteil der Steinkohleblöcke liegt.  Die größte Kapazität weist das Steag-Kraftwerk Bergkamen A auf. Die am Datteln-Hamm-Kanal gelegene, 1981 in Betrieb genommene Anlage verfügt nach eigenen Angaben über eine Leistung von 780 MW.

Auch die beiden Steag-Kraftwerke im saarländischen Völklingen (insgesamt 390 MW) gehen bis zum Herbst 2022 vom Netz.

Gebotswerte bis 155.000 Euro pro MW

Ferner wird der Kohleblock des Heizkraftwerkes Magirusstraße in Ulm mit einer Leistung von 8,4 MW bis dahin stillgelegt. Die Anlage gehört der Fernwärme Ulm, einer Tochter der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm und des Energiekonzerns EnBW.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur reichten die Gebotswerte von null bis 155.000 Euro pro MW. Der durchschnittliche Zuschlagswerte liege bei knapp 103.000 Euro pro MW.

Erste Ausschreibungen überzeichnet

Die ersten beiden Ausschreibungsrunden mit Zielmengen von je 4 GW und 1,5 GW waren noch überzeichnet gewesen. Das Ziel, bis Ende 2022 nur noch maximal 15 GW an Stein- und Breinkohleanlagen am Stromnetz zu haben, sieht die Behörde aber nicht gefährdet.

Trotz der Unterzeichnung in dieser Runde werde das Ziel erfüllt, heißt es. Hintergrund seien unter anderem Stilllegungen oder Umrüstungen von Anlagen auf einen anderen Brennstoff, die außerhalb der Verfahren stattfänden und nicht mehr bei der Ermittlung des Ausschreibungsvolumens berücksichtigt werden könnten.

Nächster Ausschreibungstermin

Der nächste Ausschreibungstermin ist der 1. Oktober 2021. Informationen will die Behörde in Kürze auf ihrer Internetseite bekanntgeben. (aba)

Dieser Artikel wurde um die Stellungnahme des BDEW ergänzt und entsprechend aktualisiert.

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