Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)

Bild: © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer warnt in der im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland vor den Folgen für die deutsche Wirtschaft. „Unser Wirtschaftssystem droht, zu kollabieren. Wenn wir nicht aufpassen, kann es zu einer Deindustrialisierung Deutschlands führen“, erklärt Kretschmer im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Wenn wir feststellen, dass wir auf russisches Gas vorerst nicht verzichten können, dann ist das eine bittere Realität, aber es ist eine, und wir müssen ihr Rechnung tragen“, sagte der CDU-Politiker.

Den Grünen wirft Kretschmer vor, Gas als Brückentechnologie stets „eingepreist“ und die Wehrhaftigkeit der Bundeswehr bekämpft zu haben. Auf die Frage nach einer Zukunft der Beziehungen zu Russland sagte der sächsische Ministerpräsident: „Wir müssen uns endlich eingestehen, endlich zugeben, dass wir in den nächsten fünf Jahren nicht auf russisches Gas werden verzichten können.“

Kretschmann: Sonst gibt es kein Brot mehr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann befürchtet wegen der Drosselung des russischen Gases „schwere Mangellagen“ mit ernsten Folgen für die Wirtschaft im Südwesten. „Das macht mir schon große Sorgen“, sagte Kretschmann am Mittwoch im SWR-Aktuell-Sommerinterview. Es sei in so einer Notlage die Aufgabe der Bundesnetzagentur zu entscheiden: „Wem stellt man zeitweise das Gas ab?“ Das würden schwierige Entscheidungen. Kretschmann verwies darauf, dass 70 Prozent der Bäcker im Südwesten mit Gas backten. „Denen kann man nicht das Gas abdrehen“, sagte der Regierungschef. Sonst gebe es kein Brot mehr.

Der Ministerpräsident betonte, er tue im Land und im Bund alles dafür, damit die erneuerbaren Energien nun schneller ausgebaut würden. „Ich hoffe, dass ich schon laut genug bin.“ Viele Bremsen für die Erneuerbaren würden jetzt gelöst. Deutschland müsse dringend unabhängiger werden von denen, „die uns dann am Seil runterlassen, wie der Putin das gerade macht“. (hil/dpa)

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