Der Landstrom-Ausbau in den deutschen Seehäfen macht ganz unterschiedliche Fortschritte. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen unterzeichnet Bundeswirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier (CDU) in Kiel am Donnerstag eine Absichtserklärung mit den norddeutschen Ländern.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) begrüßt dazu auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Spitzenvertreter aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen sowie der Städte Kiel und Rostock. Entscheidend ist die Kostenfrage. Denn Landstrom ist bisher rund drei Mal so teuer wie der Strom, den die Dieselmotoren der Schiffe erzeugen.
Alles eine Frage der Finanzierung
"Landstrom hat nur eine Chance, wenn der Preis konkurrenzfähig zu Dieselstrom ist", sagte der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der dpa. Das Bundesministerium habe vor einem Jahr Zustimmung signalisiert, Kosten für Reeder zu senken - noch ohne greifbares Ergebnis. Zum Kieler Treffen merkte Buchholz an: "Ein konkretes Gesetzesvorhaben wäre der größere Schritt gewesen".
Tschentscher wiederum betonte, "wir brauchen Investitionen in die Anlagen und Wirtschaftlichkeit in deren Betrieb". Bislang könnten nur zwölf Prozent Containerschiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, Landstrom nutzen. Die Absichtserklärung sei ein Signal an die Schifffahrt, "dass der Trend in Richtung Landstrom geht". Die Reedereien bräuchten einige Jahre, um ihre Schiffe entsprechend umzurüsten.
Altmaier zeigt Maßnahmen auf
Altmaier wiederum stellte bei einem Treffen mit Spitzenpolitikern der Küstenländer in Kiel nicht nur ein Förderprogramm in Höhe von 140 Millionen Euro ab 2020 für den Bau von Landstrom-Anlagen in Aussicht, sondern auch eine Absenkung der Ökostromumlage für Landstrom auf 20 Prozent.
"Wir wollen deutsche Häfen sauberer machen", sagte Altmaier bei der Unterzeichnung. Er sprach von einem "Durchbruch". Im ersten Halbjahr 2020 sollen notwendige Gesetzesregelungen auf den Weg gebracht werden. Dabei gelte das Motto "so schnell wie möglich".
Verschiedene Wege zum Ziel
In Hamburg sollen bis 2022 zehn Landstrom-Anschlüsse entstehen, acht für Containerfrachter und zwei für Kreuzfahrer. Sollten die Anlagen insgesamt 300 mal im Jahr genutzt werden, ließen sich 43.000 Tonnen CO2 und viele weitere Schadstoffe einsparen.
In Kiel tanken seit dem Frühsommer die Oslo-Fähren Landstrom. Der Bau einer Anlage am Kreuzfahrer-Terminal Ostseekai beginnt in wenigen Tagen. Die Anlage soll im nächsten Sommer in Betrieb gehen. In Zukunft soll Landstrom bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs aller Schiffe decken. Die neue Anlage kostet 13,5 Mio. Euro. (ab/dpa)



