Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Bild: © Adobe Stock/malp

Gut ein Jahr nach Veröffentlichung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) plädiert Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), dafür, nun in den nächsten Gang zu schalten und die Umsetzung anzugehen. Bislang habe die NWS den Rahmen gesetzt, das Marktinteresse verstärkt und Innovationsprozesse angereizt. Gleichzeitig habe sich bei den Marktteilnehmern eine hohe Erwartung aufgebaut, dass konkrete nächste Schritte zügig folgen werden und damit Planungssicherheit für Investitionen und Projektvorhaben entsteht.

Die Übergangsregulierung für ein Wasserstoffstartnetz sei ein erstes Signal zum Aufbau nachhaltiger Transportstrukturen zur Verknüpfung von Angebot und Nachfrage. Jetzt gelte es, zügig den nationalen Regulierungsrahmen im Einklang mit dem europäischen Dekarbonisierungspaket zu schaffen. „Wir brauchen einen vernetzten Fahrplan für Infrastrukturmaßnahmen wie den Pipelinebau - sowohl national als auch im EU-Kontext. Die substanzielle Frage der Finanzierung der Wasserstoffnetze muss prioritär beantwortet werden, damit tatsächlich ein Großteil der bei den deutschen Fernleitungsnetzbetreibern gemeldeten 500 Wasserstoffprojekte mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawatt realisiert werden kann“, fordert Kuhlmann. Zudem macht er sich dafür stark, die Befreiung der Elektrolyse von der EEG-Umlage einfacher zu gestalten.

International denken

Gut sei, dass die europäische Dimension in der NWS von Anfang an mitgedacht wurde. Das zeige der Erfolg Deutschlands beim IPCEI-Programm. „Aber bis zur Förderbekanntgabe darf jetzt kein Marktattentismus entstehen. Für Versorgungssicherheit und Kostensenkungen bei Wasserstoff muss auch das Projekt einer Importstrategie zügig im europäischen Rahmen vorangetrieben werden“, so der Dena-Chef.

Im Verkehrssektor seien mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) und der darin enthaltenen Mindestquote für flüssige Kraftstoffe aus erneuerbarem Strom (Powerfuels) in der Luftfahrt erste Impulse gegeben worden. Wichtig sei nun, dass deutsche und europäische Initiativen gut verzahnt agieren. Hier würde beispielsweise eine ambitionierte Unterquote für die Nutzung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten im Verkehr im Rahmen der Revision der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) in Brüssel Investitionsentscheidungen anreizen, heißt es von Seiten der dena.

Standards entwickeln

Kuhlmann plädiert darüber hinaus für die Entwicklung von Nachhaltigkeitsstandards. „Es bedarf klarer Anforderungen an die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff, beispielsweise für die Herkunft des Stromes, die Nutzung von CO2 oder den Einsatz von Wasser. Dies ist auch mit Blick auf die Akzeptanz von grünem Wasserstoff ein bedeutsamer Faktor.“ (amo)

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