Der Nordwesten gehört mit 4600 MW installierter Leistung an Erneuerbaren-Anlagen zwar zu den Toperzeugern Deutschlands. Aber die Photovoltaik hat nur einen verschwindend geringen Anteil an der Versorgung. Lediglich 2,8 Prozent des nordrhein-westfälischen Strombedarfs könne derzeit über Solaranlagen gedeckt werden, heißt es in einem Antrag der Regierungsfraktionen (CDU, FDP) zum PV-Ausbau. Das will der Landtag nun ändern und landeseigene Gebäude zur Solarernte bereitstellen.
Die Dächer von Ministerien, Gerichten, Universitäten und dergleichen sollen künftig jede Menge Anlagen beherbergen. Auf einzelnen Gebäuden gebe es laut Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE) zwar schon PV-Module, die seien allerdings aufgrund ihres Alters und der Leistungsfähigkeit nicht für die Erzeugung im großen Stil geeignet. Wie genau der Solarausbau der Landesregierung aussehen soll, steht noch nicht fest. Zunächst hat der Landtag die Regierung mit der Ausarbeitung von konkreten Konzepten beauftragt.
Denkmalschutz lockern
Der LEE begrüßt zwar die Initiative der Regierungsfraktionen, allerdings sieht der Verband auch einige Hürden, die aus den Weg geräumt werden müssen, wenn NRW beim Sonnenstrom aufholen will. Allen voran müssten die Bestimmungen des Denkmalschutzes novelliert werden – ganz nach hessischem Vorbild. Die Denkmalschutzbehörde soll bei allen Entscheidungen die Belange des Klima- und Ressourcenschutzes berücksichtigen, heißt es in den Forderungen.
Weitere Herausforderungen liegen im EEG begründet: Der Solardeckel von 52 GW war mit 43 GW bereits Ende 2017 fast erfüllt. Sollte die Regulierung nicht aufgeweicht werden, erhalten neu gebaute Anlagen künftig keine Einspeisevergütung mehr. "Die Potenziale in NRW können nicht gehoben werden, wenn die Deckelung beim Solarausbau nicht aufgehoben wird“, mahnt Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW und Mitglied der Kohlekommission. (ls)



