Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), reagiert auf die US-Drohungen.

Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), reagiert auf die US-Drohungen.

Bild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Diskussion um einen niedrigen Industriestrompreis für bestimmte Unternehmen greift Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zufolge zu kurz. Die Energiekosten seien eine Hauptsorge in fast allen Wirtschaftsbereichen, erklärte Schwesig am Sonntag nach ihrer Sommertour durch das Bundesland, bei der die wirtschaftliche Lage ein Hauptthema war.

Es reiche nicht aus, wenn jetzt auf Bundesebene über einen Industriestrompreis diskutiert werde. «Wir brauchen Entlastungen für alle Unternehmen und die Bürgerinnen und Bürger», sagte Schwesig. Sie schlug vor, dazu den Strompreis vom Gaspreis zu entkoppeln. Das derzeit geltende Merit-Order-Prinzip führe dazu, dass der Preis für Ökostrom in den letzten Jahren deutlich gestiegen sei, obwohl die Produktion von grünem Strom nicht teurer geworden sei.

Gaspreis bestimmt Strompreis

Das Merit-Order-Prinzip bezeichnet die Einsatzreihenfolge der an der Strombörse anbietenden Kraftwerke. Kraftwerke, die billig Strom produzieren können, werden zuerst herangezogen, um die Nachfrage zu decken. Das sind zum Beispiel Windkraftanlagen. Am Ende richtet sich der Preis aber nach dem zuletzt geschalteten, also teuersten Kraftwerk - derzeit Gaskraftwerke. Die günstigeren Anbieter erhalten ebenfalls diesen Preis.

Schwesig will Reform der Netzentgelte

Schwesig erneuerte zudem ihre jahrelange Forderung nach einer Reform der Netzentgelte. «Es kann nicht so bleiben, dass die Regionen, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen, deshalb höhere Strompreise zahlen müssen», betonte sie. Dies sei schon seit langem eine Forderung der nord- und der ostdeutschen Länder. (dpa/sg)

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