VKU-Chef Ingbert Liebing (Mitte) empfing Manfred Spitzer (links) und Jan Meese vor der Begegnung mit dem Bundespräsidenten.

VKU-Chef Ingbert Liebing (Mitte) empfing Manfred Spitzer (links) und Jan Meese vor der Begegnung mit dem Bundespräsidenten.

Bild: © Julian Korb

Mit einem Gartenfest hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei Bürgern bedankt, die sich in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie in besonderer Weise engagiert haben. Die Gäste kamen aus unterschiedlichen Bereichen, unter anderem waren Pfleger, Friseure, Müllwerker oder Einzelhändler dabei.

Eingeladen waren stellvertretend für die Kommunalwirtschaft Jan Meese, Leiter Querverbundleitstelle & Entstörmanagement, Rheinenergie, und Manfred Spitzer, Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Sie waren an unterschiedlichen Stellen dafür verantwortlich, dass die Daseinsvorsorge während der Lockdowns sichergestellt war.

Mit einem Gartenfest hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei ausgewählten Bürgern für ihr Engagement während der Corona-Pandemie bedankt.Bild: © Manfred Spitzer

Vertrauen gestiegen

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen (VKU), traf sich im Vorfeld mit Spitzer und Meese, um sich über die Bedeutung der Kommunalwirtschaft zu unterhalten und die persönliche Sicht der beiden einzuholen. So betonte Liebing, dass laut einer aktuellen Forsa-Umfrage das Vertrauen der Bevölkerung in kommunale Unternehmen weiter gestiegen sei. Dazu hätte besonders das Engagement der Mitarbeiter vor Ort beigetragen.

Jan Meese erzählte, wie stark seine Abteilung von den Quarantäne-Bestimmungen betroffen war. So habe die Netzleitstelle ihre Mitarbeiter in Kohorten eingeteilt, die sich über ein Jahr nicht trafen. Außerdem wurde ein Ersatz-Standort begründet, um Kontakte weiter zu reduzieren. "Die häufigen Regeländerungen haben zu Diskussionen im Haus geführt", gab Meese zu Protokoll. Doch die Herausforderung habe die Teams auch weiter zusammengeschweißt.

Müllaufkommen steigt

Pläne, die die Kasernierung von Mitarbeitern auf einem externen Grundstück vorsah, musste die Rheinenergie glücklicherweise nicht umsetzen. Bezüglich Fragen der Vergütung und etwaiger Schichtzulagen seien letztlich gute Lösungen gefunden worden, so Meese weiter. 

Auch Manfred Spitzer hat die Auswirkungen der Lockdowns an vorderster Front miterlebt. Der Müllwerker hat manche Kollegen ein Dreivierteljahr lang nicht gesehen. Die Trupps für die Straßenreinigung hätten sich in einzelne Mannschaften aufgeteilt, die jeweils in ihrem Revier blieben. Das Müllaufkommen sei während der Pandemie stark gestiegen: Immer häufiger finden die Mitarbeiter weggeworfene Masken, Pizzakartons und PVC-Geschirr auf der Straße.

Notfallplan

"Die Anwohner haben sich häufiger als sonst bei uns bedankt, das war spürbar", findet Spitzer jedoch auch Positives. Aktuell macht er sich keine großen Sorgen wegen einer Ansteckung: Bei der AWM sei die Impfquote unter den Mitarbeitern sehr hoch.

"Im Unterschied zu anderen Krisenfällen, etwa einer Hochwasser-Katastrophe, dauert Corona viel länger an", stellt Meese fest. Dadurch hätten sich viele Kollegen nicht ausreichend erholen können. Rheinenergie habe aber einen Notfallplan für den weiteren Verlauf der Pandemie in der Tasche.

Gesellschaftlicher Konsens

Dass die Krise auch eine Chance bedeute – darin waren sich alle einig. "Ich würde mich freuen, wenn der Fokus sich nun darauf richtet, dass wir fähiges Personal für die Daseinsvorsorge bekommen", so Meese. Denn ein großer Teil der Infrastruktur müsse in den kommenden Jahren erneuert werden.

"Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens, dass wir in die Netze investieren wollen. Das Gleiche gilt auch für die digitale Infrastruktur", erklärt Meese weiter. Mehr Wertschätzung dafür, was die Mitarbeiter in den kommunalen Unternehmen für die Gesellschaft leisten – der Bundespräsident hat nun den Anfang gemacht. (jk)

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