Die Partner von "HyDeal Ambition" wollen grünen Wasserstoff zum Preis fossiler Brennstoffe anbieten. (Symbolbild)

Die Partner von "HyDeal Ambition" wollen grünen Wasserstoff zum Preis fossiler Brennstoffe anbieten. (Symbolbild)

Bild: © Alexander Limbach/AdobeStock

Je mehr CO2 Deutschland einsparen will, desto größer ist der Bedarf an Wasserstoff. Und je früher die Bundesrepublik ihre Klimaschutzziele erreichen will, desto schneller müssen diese Mengen zur Verfügung stehen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Metastudie der drei Fraunhoferinstitute ISI, ISE und IEG. In Auftrag gegeben wurde sie vom Nationalen Wasserstoffrat.  

 

„Ohne den breiten Einsatz von Wasserstoff werden wir die noch einmal verschärften Klimaziele nicht erreichen können. Die Bedarfe in Industrie, Verkehr und Wärmesektor sind deutlich höher als bislang von der Politik erwartet. Die Studie zeigt, was nun zu tun ist: Die Bundesregierung muss die Weichen so stellen, dass die erforderlichen Mengen in den nächsten Jahren auch zur Verfügung stehen“, erläutert Katherina Reiche, die Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates, in einer Mitteilung.

Erneuerbare und Netze ausbauen

Dafür notwendig seien ein rascher Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft, ein ehrgeiziger Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der schnelle Aus- und Aufbau einer Netzinfrastruktur. Zentral sei auch der Import vom Wasserstoff wasserstoffbasierten Syntheseprodukten. Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mit ihren internationalen Wertschöpfungsketten müsse daher europäisch und global zugleich gedacht werden.

Nach Überzeugung von Katherina Reiche ist es aber auch zwingend erforderlich, große Kapazitäten an Elektrolyseanlagen im Inland zu errichten. „Wir müssen die erneuerbaren Energien weiter massiv ausbauen, um die erforderlichen Mengen an grünem Strom zu erhalten. Wir müssen unsere Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff ertüchtigen und ausbauen. Wir müssen internationale Energiepartnerschaften schließen, um die notwendigen Importe abzusichern. Und wir müssen Anreize schaffen für die heute noch zu teure Nutzung von Wasserstoff. Nur wenn uns all das gelingt, werden wir den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft und die Entwicklung eines Wasserstoffmarktes schaffen.“

Verzehnfachung des Bedarfs

Für das Jahr 2050 rechnen die Forscher mit einem Bedarf an Wasserstoff und wasserstoffbasierten Syntheseprodukten von 400 bis knapp 800 TWh. Insgesamt zeige sich zwischen den Jahren 2030 und 2050 eine Verzehnfachung des maximalen Bedarfs.

Den größten Bedarf an Wasserstoff und wasserstoffbasierten Syntheseprodukten erkennt die Studie im Industriesektor. Einen großen Bedarf sehen die Forscher auch im Verkehrssektor. Er benötigt im Jahr 2050 zwischen 150 und 300 TWh. Im Fokus steht dabei insbesondere der internationale Flug- und Schiffsverkehr mit einem Bedarf von 140 bis 200 TWh. Im straßengebundenen Verkehr sehen neuere Studien das größte Potenzial im Schwerlastverkehr. Weitere Abnehmer sieht die Metastudie im Gebäudesektor (bis zu 200 TWh bis zum Jahr 2050) und im Umwandlungssektor zur Strom- und Wärmeerzeugung (zwischen 50 und 150 TWh bis zum Jahr 2050).

Biomasse als Konkurrent

Ein weiteres Ergebnis: Biomasse trete in relevanten Nachfragebereichen in Konkurrenz zu Wasserstoff und wasserstoffbasierten Syntheseprodukten. Um die Marktdurchdringung von Wasserstoff und Derivaten zu beschleunigen, müssten technologische Entwicklungen und Kostensenkungspotenziale bei Elektrolyseuren, Transporttechnologien oder der Luftabscheidung von CO2 weiter vorangetrieben werden. (amo)

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