350-450 Kilometer lang wäre die Wasserstoff-Pipeline von Esbjerg oder Holstebro in Dänemark nach Hamburg in Deutschland.

350-450 Kilometer lang wäre die Wasserstoff-Pipeline von Esbjerg oder Holstebro in Dänemark nach Hamburg in Deutschland.

Bild: © Mike Benna/unsplash

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) setzt weiterhin auf Wasserstoff aus Dänemark. Das Haus von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will im Rahmen der bilateralen Kooperation mit Dänemark "weiterhin gemeinsame Anstrengungen zur Beschleunigung der Projektumsetzung unternehmen". Ziel sei es, die Verzögerung so gering wie möglich zu halten, teilte eine Sprecherin auf ZfK-Anfrage mit. 

Anfang Oktober war bekannt geworden, dass der Start einer Wasserstoff-Pipeline von Dänemark nach Deutschland sich um mehrere Jahre verzögert. Statt 2028 soll das Projekt erst 2031 starten. Der Grund: Eine Prüfung des Staatsunternehmens Energinet habe ergeben, dass noch umfangreiche Umwelt- und Sicherheitsstudien nötig seien, so der dänische Klimaminister Lars Aagaard.

BMWK: Die Dänen wollen liefern

Dass der Wasserstoff-Hochlauf in Deutschland durch die Verzögerung beim Bau der Pipeline ausgebremst wird, glaubt man im BMWK nicht. Man stehe in ständigem Kontakt mit der dänischen Seite. "Auch die dänische Regierung will das Projekt so bald wie möglich umsetzen", heißt es.

Gemeinsam mit den Dänen will Robert Habeck nun mögliche Beschleunigungsoptionen prüfen. Auswirkungen auf die Dekarbonisierungsziele sieht das Ministerium nicht. Die Pipeline sei schließlich nicht die einzige Möglichkeit des Wasserstoffimports.

Aus für Projekt mit den Norwegern

Die Verzögerungen beim Bau der dänischen Pipeline sind nicht der erste Rückschlag beim Import von Wasserstoff aus dem europäischen Ausland. Im September hatte bereits das norwegische Energieunternehmen Equinor mitgeteilt, dass es seine Pläne für den Export von sogenanntem blauem Wasserstoff nach Deutschland aufgeben will. Das Vorhaben sei zu teuer und die Nachfrage nach blauem Wasserstoff reiche nicht aus, erklärte damals ein Unternehmenssprecher. Damit würden auch die Pläne für die Wasserstoffproduktion eingestellt.

Auch hier will man im BMWK nicht das Handtuch werfen. Ziel bleibe es in der engen Zusammenarbeit mit den Norwegern, Wege zu finden, um Wasserstoff-Wertschöpfungsketten zu realisieren und zur europäischen Energiewende und Dekarbonisierung beizutragen. Mit Equinor sei man weiter im Gespräch. Es sei klar, dass solche Projekte nicht nur politische Unterstützung benötigen, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sein müssen. Regulierungshemmnisse sind nach Überzeugung des Ministeriums jedenfalls nicht Ursache für den Rückschlag beim Wasserstoff. Auch Equinor habe diese nicht als Begründung für das Import-Aus angeführt. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper