Jens Geier ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit Anfang 2017 Vorsitzender der Europa-SPD.

Jens Geier ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit Anfang 2017 Vorsitzender der Europa-SPD.

Bild: © Europa-SPD

Die Chancen, dass Gasverteilnetzbetreiber künftig auch Wasserstoffnetze betreiben können sind intakt. Und sie sind in den letzten Wochen noch einmal weiter gestiegen.

Das machte der Europabeabgeordnete und Berichterstatter zur EU-Gasmarktrichtlinie, Jens Geier, am Rande des VKU-Stadtwerkekongresses in Köln im Gespräch mit der ZfK klar.

„Man darf mittlerweile davon ausgehen, dass es auch in der finalen Gesetzgebung eine Trennung von Verteilnetz- und Transportnetzbetreibern geben wird“, verdeutlichte Geier. Das hatte er in dem von ihm formulierten Parlamentsvorschlag angeregt. Fünf von sieben Fraktionen im Parlament hätten sich dem angeschlossen.

Bewegung auch beim Thema Synergien

Auch im Bereich der horizontalen Entflechtung gibt es offenbar Bewegung. Hier hatten die Stadtwerke die Sorge formuliert, dass sie sich im Falle des Betriebs von Wasserstoffnetzen so aufstellen müssten, dass sie keine Synergien heben dürften und die Personalverwaltung, die IT und den Bereich technische Reparaturaufwendungen quasi doppelt vorhalten müssten

„Diese Sorgen habe ich formuliert. Daraufhin hat die Kommission signalisiert, dass diese möglichen Folgen für Stadtwerke bei ihrem Vorschlag gar nicht beabsichtigt seien", verdeutlichte Geier.

Nun sei es an der Kommission einen entsprechenden Vorschlag zu machen, der ausdrücklich das Heben von Synergien ermögliche. Dann habe man andere Grundlagen für Verhandlungen. „Offenbar ist eine große Sorge der Stadtwerke von der Kommission gar nicht intendiert worden. Es gibt also einen Korridor, auf dem man sich treffen könnte“.

Zuversicht auch beim Thema Entflechtungsmodelle

Auch bei der Frage der Entflechtungsmodelle zeigte sich Geier zuversichtlich. „Es gibt in den unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Modelle der Entflechtung, die funktionieren. Wir haben vorgeschlagen genau das gleiche, was für das Erdgas schon existiert, für den Wasserstoff anzuwenden“. Er sei zuversichtlich, dass man auch dort weiterkomme. Bis Ende November soll die finale Regelung stehen. (hoe)

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