Wiesbaden will noch dieses Jahr sein Klimaschutzkonzept vorlegen.

Wiesbaden will noch dieses Jahr sein Klimaschutzkonzept vorlegen.

Auf Bundesebene ist die kommunale Wärmeplanung noch nicht einmal kabinettsreif. Auf Landesebene sind dagegen schon viele Städte am Basteln, auch weil manche Bundesländer selbst aktiv geworden sind und ihren Kommunen Fristen gesetzt haben.

Ein Beispiel ist das schwarz-grün regierte Hessen. Dort sind Städte und Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern von November 2023 an zu einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet.

Beispiel Darmstadt

In Darmstadt (160.000 Einwohner), Heimat des Regionalversorgers Entega, wurden nach Angaben des Magistrats bereits im vergangenen Jahr im Haushalt Mittel für die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung eingestellt. Im Januar und Februar 2023 wurde die Erstellung der Wärmeplanung öffentlich ausgeschrieben und im Mai an ein Konsortium vergeben.

Aktuell wird eine Bestandsanalyse erhoben, bei der unter anderem Informationen zur Stadtstruktur, Wärmebedarf und -verbrauch sowie Versorgungs- und Beheizungsstrukturen ermittelt werden. Die Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung ist für das erste Halbjahr 2025 vorgesehen.

"Täglich Anfragen zum Stand der Wärmeplanung"

Das Interesse der Bürger sei sehr hoch, heißt es aus dem Magistrat. Die Stadt habe im vergangenen Jahr Informationsveranstaltungen rund um das Thema für unterschiedliche Zielgruppen angeboten.

"Darüber hinaus erreichen uns täglich Anfragen zum Stand der Wärmeplanung und zum Ausbau der Wärmenetze", teilte Sprecher Marcus Stippak mit.

Wiesbaden will dieses Jahr fertig sein

Wiesbaden (knapp 300.000 Einwohner) begann nach eigenen Angaben bereits 2021 mit seinem Klimaschutzkonzept. Diesen Herbst soll dieses fertiggestellt sein.

Dabei geht es neben der Treibhausgasbilanzierung auch um eine Betrachtung der direkten energiebedingten Emissionen aller städtischen Ämter und Eigenbetriebe. Einer der Schwerpunkte des Klimaschutzkonzepts sei die Erarbeitung einer strategischen Wärmeplanung, teilte die Stadt mit.

Fernwärme und Wärmepumpen

Für die Jahre 2018 bis 2020 wurde eine Wärmebedarfsanalyse und ein Wärmekataster erstellt. Aus diesen Grundlagen wurden Vorrangflächen zum Einsatz von Fernwärme, Wärmepumpen und hybriden Lösungen abgeleitet.

Neben einem Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes soll es künftig Gebiete mit einem deutlich verstärkten Einsatz von Wärmepumpen und Gegenden geben, in denen unterschiedliche Lösungen für sich allein oder in hybriden Kombinationen eine klimaschonende Wärmeversorgung sicherstellen sollen.

"So viele Anfragen noch nie erlebt"

In Hanau (knapp 100.000 Einwohner) wird währenddessen geprüft, ob und in welcher Form das bestehende Fernwärmenetz ausgebaut werden kann. Dieses versorge bislang nur Teile des Stadtgebiets, erklärt Matthias Fernitz, Bereichsleiter Wärmeversorgung der Stadtwerke Hanau. Ein Ausbau wäre aber mit großen Investitionen verbunden.

Das Interesse der Bürger am Thema Heizen sei jedenfalls immens groß. "Unser Postfach quillt über. So viele Anfragen habe ich noch nie erlebt", sagt Fernitz. Die meisten Leute seien angesichts der aktuellen Diskussion verunsichert und unzufrieden.

"Wärmeplan schon im Kopf"

Die Verantwortlichen in Hanau haben laut Fernitz den "Wärmeplan schon im Kopf, jetzt muss er noch zu Papier gebracht werden". Dabei gehe es auch um die Nutzung der Abwärme eines geplanten Großrechenzentrums im Stadtteil Großauheim für das Fernwärmenetz.

"In Hanau haben wir kurze Entscheidungswege, die Entscheider kennen sich persönlich und setzten sich schnell an einen Tisch und suchen nach gemeinsamen Lösungen. Das ist ein sehr großer Vorteil", sagt der 41-Jährige. (dpa/aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper