Die EU-Kommission stellt für das Programm 30 Mio. Euro zur Verfügung.

Die EU-Kommission stellt für das Programm 30 Mio. Euro zur Verfügung.

Bild: © Andrey Kuzmin/AdobeStock

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch den EU-Aktionsplan für Schadstofffreiheit von Luft, Wasser und Boden bis 2050 verabschiedet. Mit der Strategie werden die nötigen Schritte bis zu diesem Ziel vorgezeichnet. Die Verschmutzung soll bis dahin so gering sein, dass sie für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme keine Gefahr mehr darstellt, heißt es in einer Ankündigung der Europäischen Kommission.

Der für den europäischen Green Deal zuständige Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans sagte: „Ziel des Grünen Deals ist es, einen gesunden Planeten für alle zu schaffen. Um die Umwelt für die Menschen und den Planeten schadstofffrei zu machen, müssen wir jetzt handeln. Dieser Aktionsplan ist eine Richtschnur für unsere Arbeit.“

Etappenziele bis 2030

Mit den bereits verfügbaren, neuen grünen Technologien könnten die Umweltverschmutzung verringert und neue Geschäftsmöglichkeiten erschlossen werden. Auch Europas Bemühungen um den Wiederaufbau einer Wirtschaft, die „sauberer, fairer und nachhaltiger ist, müssten zur Verwirklichung des Null-Schadstoff-Ziels beitragen", so Timmermans weiter.

Der Aktionsplan sieht Etappenziele für die Verringerung der Umweltverschmutzung an der Quelle bis 2030 vor:

  • Verbesserung der Luftqualität, um die Zahl der durch Schadstoffe in der Luft verursachten vorzeitigen Todesfälle um 55 Prozent zu verringern;
  • Verbesserung der Wasserqualität, indem dafür gesorgt wird, dass weniger Kunststoffabfälle ins Meer (50 Prozent) und weniger Mikroplastik in die Umwelt (30 Prozent) gelangen;
  • Verbesserung der Bodenqualität, indem Nährstoffverluste und der Einsatz chemischer Pestizide um 50 Prozent reduziert werden;
  • Verringerung des Anteils der Ökosysteme in der EU, in denen Schadstoffe in der Luft die biologische Vielfalt gefährden;
  • Verringerung der Zahl der Menschen, die unter einer chronischen Belastung durch Verkehrslärm leiden, um 30 Prozent und
  • erhebliche Reduzierung des Abfallaufkommens insgesamt sowie des Restmülls um 50 Prozent.

Living Labs und Informationsplattform

Der Aktionsplan listet eine Reihe von Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele auf. Dazu zählz die Einrichtung sogenannter „Living Labs“ für grüne digitale und intelligente Null-Schadstoff-Lösungen und der Aufbau einer Null-Schadstoff-Plattform.

Der VKU begrüßte das Ziel der EU-Kommission, „mit dem vorgelegten Aktionsplan Verunreinigungen von Wasser, Böden und Luft ganzheitlich und frühzeitig zu verringern oder sogar ganz zu vermeiden“, sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht.  Der Zustand der Umwelt, insbesondere von Wasser und Böden, hänge maßgeblich auch von Maßnahmen anderer Sektoren, beispielsweise der Landwirtschaft und der Industrie ab. „Verunreinigungen sollten daher zuallererst an der Quelle reduziert oder vermieden werden“, so Specht weiter. „Die Verantwortung für eine bessere Gewässerqualität darf nicht ausschließlich bei den Wasserver- und Abwasserentsorgern abgeladen werden.“

„Beim Verursacher ansetzen"

Konkret hänge der Schutz der Trinkwasserressourcen wesentlich davon ab, dass sich die europäische Gesetzgebung insgesamt stärker an den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie ausrichtet. „Das gilt auch für das wichtige Ziel der EU-Kommission, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in der EU über Zulassungsverfahren und Anwendungsbestimmungen stark zu verringern“, meinte Specht.

„Um Verunreinigungen von Gewässern bestmöglich zu vermeiden, sollten bei der weiteren Konkretisierung Anreize gesetzt und Anforderungen festgelegt werden, die letztendlich beim Verursacher beziehungsweise beim jeweiligen Wirkstoff ansetzen“, stellte der VKU-Vizepräsident fest. (hp)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper